Ausgezeichneter Naturschutz: Rotmilan – Land zum Leben durch UN Dekade Biologische Vielfalt geehrt

Unser Projekt Rotmilan – Land zum Leben hat die begehrte Auszeichnung der UN-Dekade Biologische Vielfalt erhalten! Die Urkunde wurde am Montag durch Dr. Christiane Paulus vom Bundesumweltministerium den Projektträgern im Rahmen ihrer Rotmilan-Fachtagung überreicht.

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu strebt die deutsche UN-Dekade eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins in Deutschland an. Die Auszeichnung nachahmenswerter Projekte soll dazu beitragen und die Menschen zum Mitmachen bewegen. Wir freuen uns sehr, dass das Projekt Rotmilan – Land zum Leben dazu gehört.

Das innovative Vorhaben greift dem eleganten Greifvogel, für den Deutschland eine besondere Verantwortung trägt, unter die Flügel. Mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit brütet in Deutschland. Die Art bereitet Naturschützern jedoch Sorgen:  Seit den frühen 1990er Jahren verzeichnen sie einen Rückgang der Bestände. Das große Verbundprojekt setzt sich aus dem Deutschen Verband für Landschaftspflege, dem Dachverband Deutscher Avifaunisten, der Deutschen Wildtier Stiftung sowie neun Praxispartnern vor Ort in sieben Bundesländern zusammen.

Das Hauptproblem für den Rotmilan ist Nahrungsmangel. Er führt dazu, dass jährlich weniger Jungvögel ausfliegen, so dass die Population langfristig schrumpft. Das Nahrungsangebot wird infolge landwirtschaftlicher Intensivierung wie z.B. dem Einsatz von Nagergiften eingeschränkt. Die Erreichbarkeit der Nahrung verschlechtert sich durch den Anbau relativ weniger Kulturen, die schnell und sehr dicht aufwachsen und damit den Blick auf die Beute versperren. Insbesondere zur Brutzeit in den Monaten Mai und Juni, wenn die Elterntiere zwei bis drei Jungvögel großziehen müssen, ist das Futter daher knapp. Dazu kommt eine Reihe weiterer Probleme, bei denen offensichtlich Störungen während der Brutzeit sowie Kollisionen im Straßenverkehr, an Leitungen der Energieversorgung und mit Windenergieanlagen eine wesentliche Rolle spielen.

„Die Landnutzer sind der Schlüssel zum Erhalt des Rotmilans. Mit unseren Beratungen können wir sie dafür gewinnen, vielfältigere Kulturen anzubauen und die Felder rotmilanfreundlicher zu bewirtschaften. Der Anbau kleinkörniger Leguminosen wie Klee und Luzerne sowie die Anlage von Dauerbrachen sind gute Maßnahmen zur Verbesserung des Nahrungsangebotes und der Nahrungsverfügbarkeit“ so Uwe Lerch, fachlicher Koordinator des Projekts. In den Modellregionen werden daher Landwirte, Waldbesitzer, Kommunen und Landkreise zu rotmilanfreundlicher Landnutzung beraten. Seit Projektbeginn im Jahr 2013 wurden bereits über 1500 Beratungen durchgeführt und 224.000 Hektar kartiert, um brütende Rotmilane und deren Nachwuchs zu dokumentieren.

Wie genau die Rotmilane die für sie verbesserten Flächen nutzen, wird mit winzigen Datenloggern herausgefunden, die die eleganten Vielflieger als Rucksack tragen.

Fachtagung Rotmilan – Land zum Leben am 18. und 19.9.2017

Vom 18. bis 19. September 2017 lädt das Projekt Rotmilan – Land zum Leben interessierte Menschen aus Naturschutz, Landwirtschaft sowie Verwaltung und Ministerien zu einer Fachtagung nach Weimar ein! Die Tagung steht unter dem Thema „Naturschutzberatung, praktische Maßnahmen und erste Monitoring-Ergebnisse“.

Hier finden Sie das Programm als pdf.

Der erste Veranstaltungstag steht im Zeichen der naturschutzfachlichen Beratung und Umsetzung praktischer Maßnahmen. Einige unserer Praxispartner berichten über ihre Arbeit in den Projektgebieten. Zudem stellt Maik Sommerhage von der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe die Maßnahmen zum Schutz des Rotmilans im EU-Vogelschutzgebiet Vogelsberg vor. Der Abend mit einem gemeinsamen Essen bietet den Teilnehmenden die Gelegenheit, sich auszutauschen.

Der zweite Veranstaltungstag widmet sich bis zum Mittag den wissenschaftlichen Ergebnissen aus dem Projekt, die erstmals vorgestellt werden. Am Nachmittag findet eine Exkursion in das Projektgebiet Mittelthüringen statt.


Die Tagung ist ausgebucht! 

Wenn Sie über die nächste Tagung informiert werden möchten, melden Sie sich gerne unter info@rotmilan.org.

 

Programm

Montag, 18.09.2017

12.30   Anmeldung

13.00   Begrüßung durch Dr. Jürgen Metzner, DVL

13.10   Grußwort von Dr. Hans-Jürgen Schäfer, Abteilungsleiter Naturschutz und Nachhaltigkeit, Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

13.20   Vorführung Film Rotmilan-Land zum Leben

13.30   Verleihung der Urkunde „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ durch Dr. Christiane Paulus, Leiterin Naturschutz, BMUB

13.45   Praktische Maßnahmen für eine rotmilanfreundliche Landwirtschaft – Uwe Lerch, DVL

14.30   Naturschutzfachliche Beratung und Umsetzung praktischer Maßnahmen am Bsp. einer großflächigen Agrarlandschaft in Thüringen – Jana Apel, LPV Mittelthüringen

15.00   Kaffeepause

15.30   Naturschutzfachliche Beratung und Umsetzung praktischer Maßnahmen am Bsp. eher kleinflächiger Agrarlandschaften in Niedersachsen – Ute Grothey, LPV Landkreis Göttingen

16.00   Naturschutzfachliche Beratung an den Grenzen des Verbreitungsgebietes des Rotmilans in Schleswig-Holstein – vom Pilotprogramm zur Agrarumweltmaßnahme – Christoph Gasse, Schrobach Stiftung

16:30  Schutzmaßnahmen im Offenland und Wald für den Rotmilan im EU-Vogelschutzgebiet Vogelsberg – Maik Sommerhage, NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe

17.00  Pause

17.15   Verbesserung der Bruthabitate für den Rotmilan im Offenland – Peter Solluntsch, LPV Nordwestsachsen

17:45   Schutz der Nestbäume des Rotmilans – Dr. Winfried Nachtigall, Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz

18.15   Pause

19.15   Vielfältige Einblicke in das turbulente Leben des Rotmilans – gesammelte Fotos und Videosequenzen aus dem Projekt Rotmilan – Land zum Leben

19.30   Gemeinsames Abendessen

 

Dienstag, 19.09.2017

9.00     Nahrungsangebot, Verfügbarkeit und Nutzung durch den Rotmilan – bisherige Monitoringergebnisse – Johanna Karthäuser & Jakob Katzenberger, DDA

9.30     Wie nutzen Rotmilane die Landschaft? Ergebnisse aus den Nahrungsanalysen und aus der Kombination von Kamera und Telemetriedaten – Dr. Eckhard Gottschalk, Universität Göttingen

10.00   Wie beeinflusst die landwirtschaftliche Nutzung die Bewegungsmuster von GPS-telemetrierten Rotmilanen? – Jakob Katzenberger, DDA

10.30   Kaffeepause

11.00   Abfahrt zur Exkursion ins Praxisgebiet Mittelthüringen

13:30   Rückkehr zum Hotel und Ende der Veranstaltung

 

Veranstaltungsort

Hotel Kaiserin Augusta
Carl-August-Allee 17
99423 Weimar
03643 2340
www.hotel-kaiserin-augusta.de

45 Einzelzimmer können unter dem Stichwort „Rotmilan“ bis zum 18.08.17 im Hotel Kaiserin August reserviert werden.
reservierung@hotel-kaiserinaugusta.de
65,00 € inkl. Frühstück

 

Teilnahmebeitrag

Die Tagung ist kostenlos. Lediglich die Kosten für Getränke beim Abendessen am 18.09.17 werden selbst getragen.

 

 

Neueste Ergebnisse aus dem Projekt Land zum Leben in DER FALKE

Regelmäßig berichtet DER FALKE über das Projekt Rotmilan – Land zum Leben, dessen Ziel es ist, das Nahrungsangebot für Rotmilane während der Brutzeit zu verbessern und bekannte Neststandorte vor Störungen zu schützen. Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) übernimmt die wissenschaftliche Arbeit und Evaluation im Projekt. Zahlreiche Wissenscha­ftlerinnen und Wissenscha­ftler sowie Fachleute aus Biologie und Naturschutz sind beteiligt, um die umfangreichen Untersuchungen in den Gebieten durchzuführen, damit folgende Fragen beantwortet werden können:

  • Unterscheidet sich das Nahrungsangebot auf Maßnahmenflächen von dem in der normalen Landschaft?
  • Suchen die Milane ihre Nahrung häufiger auf Maßnahmenflächen oder in der Umgebung?
  • Wie sieht das Nahrungsspektrum einzelner Rotmilane aus und reicht die Nahrung, um die Jungen satt zu kriegen?

 

In der aktuellen Ausgabe von DER FALKE sind die ersten Ergebnisse veröffentlicht:

Werden Sie Rotmilanpate

 

Die bisherigen Untersuchungen zur Nahrungsverfügbarkeit deuten darauf hin, dass
  • Vögel als potenzielle Rotmilanbeute auf den Maßnahmenflächen häufiger vorkamen als in der umgebenden Landscha­ft
  • Kleinsäuger auf Maßnahmen- und Kontrollflächen gleichermaßen häufig vorkamen
  • Rotmilane Flächen besonders während der Mahd nutzten, um dort die während der Bearbeitung getöteten Kleinsäuger aufzusammeln
  • Der Zeitpunkt der Mahd für die Nahrungsversorgung der Rotmilane von entscheidender Bedeutung ist

 

Die bisherigen Untersuchungen zur Habitatnutzung deuten darauf hin, dass
  • Kleinsäuger vor allem im Grünland, Vögel, Aas und Fleischreste vor allem in Siedlungen erbeutet wurden
  • Männchen und Weibchen eine kleinere Fläche nutzten, wenn dort ein höherer Anteil von Dörfern oder Grünland vorhanden war
  • Die besenderten Milane eine hohe und über die Jahre konstant bleibende Territorialität zeigten
  • Sowohl weibliche als auch männliche Rotmilane zur Nahrungssuche vor allem Grünland und Siedlungen nutzten, wobei mehr Männchen in die Siedlungen flogen als Weibchen

Save the date! Rotmilan-Fachtagung 18. / 19. September 2017

Vom 18. bis 19. September 2017 veranstaltet das Projekt Rotmilan – Land zum Leben eine Fachtagung und lädt alle Rotmilan-Interessierten sehr herzlich ein! Tagungsort ist das Hotel Kaiserin Augusta in Weimar.

Inhaltliche Themen sind die naturschutzfachliche Beratung und Umsetzung praktischer Maßnahmen zum Schutz des Rotmilans sowie erste Monitoringergebnisse hinsichtlich deren Wirksamkeit. Neben fachlichen Vorträgen wird es am zweiten Tag eine kleine Exkursion ins Projektgebiet im Weimarer Land geben.

Eine Einladung mit dem genauem Programm sowie Informationen zur Anmeldung wird in den nächsten Wochen folgen und hier bekannt gegeben.

Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer und eine interessante Tagung!

 

 

 

Milane mit Flügelmarken gesucht!

Flügelmarkierungen stellen heute eine wertvolle Methode dar, um Informationen zum Aufenthalt von Vögeln im Jahresverlauf zu gewinnen. Seit einigen Jahren werden in Deutschland Rot- und Schwarzmilane mit Flügelmarken markiert, die spannende Erkenntnisse vom Aufenthalt im Winter über die Rückkehr in die Brutgebiete bis zu Ansiedlungen in neue Gebieten erbracht haben. Voraussetzung für solche Ergebnisse sind möglichst zahlreiche Ablesungen und Meldungen gesichteter Vögel im Jahresverlauf. So wurden Ablesungen beringter Überwinterer beispielsweise bislang nur aus Spanien gemeldet.

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) und der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) rufen dazu auf, gesichtete Rot- und Schwarzmilane mit Flügelmarken zu melden. Gewünscht ist die vollständige Ablesung und Meldung der Flügelmarke sowie die Bezeichnung des Beobachtungsortes. Letzterer kann gerne mit geographischen Koordinaten angegeben werden, doch auch Angaben mit räumlichem Bezug (z.B. Pappelreihe westlich Cochstedt) sind ansonsten hilfreich.

Bitte melden Sie Ihre Beobachtungen direkt an den jeweiligen Beringer. Vergleichen Sie dazu die abgelesene Flügelmarke mit der Übersicht der Verwendung von Flügelmarken an Rot- und Schwarzmilanen in Deutschland und ermitteln Sie so das Projekt, in dem der Vogel markiert wurde. Nachfolgend die Kontaktdaten der Ornithologen, die aktuell Rotmilane mit Flügelmarken markieren, sortiert nach den in der Übersicht genannten Regionen:


 
Region 1: Thomas Pfeiffer (thpfeiffer@gmx.net)

Region 2: Prof. Dr. Michael Stubbe (stubbe@zoologie.uni-halle.de)

Region 3: Christian Gelpke (panamagelpke@yahoo.de)

Region 4: Prof. Dr. Oliver Krüger (oliver.krueger@uni-bielefeld.de)

Region 5: Marika Schuchardt (m.schuchardt@lse-sternberg.de)

Region 6: Dr. Winfried Nachtigall (winfried.nachtigall@vogelschutzwarte-neschwitz.de)

Region 7: Robert Schönbrodt (grschoenbrodt@googlemail.com)

Infoabend für Landwirte in Gieboldehausen

Agrarumweltmaßnahmen auf dem Acker: Rotmilan, Blühstreifen & Stoppelbrache (neu!)

Mit Blick auf die diesjährige Antragsphase für Agrarumweltmaßnahmen (AUM) bis Mitte Mai lädt der Landschaftspflegeverband Landkreis Göttingen e.V. Sie herzlich zu einem Informationsabend ein
 

am Donnerstag, den 30. März 2017 ab 19:30 Uhr
im Hof-Café am Pfarrhaus, Mittelstraße 3 in 37434 Gieboldehausen

 
Im Vordergrund stehen die bereits bekannten freiwilligen Maßnahmen für den Rotmilan (mehrjähriger Ackerfutterbau) und Blühstreifen (auch in Kombination mit Greening).
Zusätzlich wird die neue Maßnahme „Stoppelbrache für Tierarten der Agrarlandschaft“ (BS10) vorgestellt! Neben Antragsmodalitäten und spezifischen Bewirtschaftungsbedingungen werden die naturschutzfachlichen Hintergründe erläutert sowie konkrete Tipps zur praktischen Umsetzung geben. Um die bereits zahlreichen in der Region gesammelten Erfahrungswerte austauschen zu können, sind vor allem auch die Landwirte willkommen, die bereits an Maßnahmen teilnehmen!

 

Rotmilane kehren ins Bergische Land zurück

Kölnische Rundschau: Oberberg / Wipperfürth, 24.03.2017.

Pünktlich zum Frühlingsbeginn sind die meisten Rotmilane aus ihren Winterquartieren in Spanien und Südfrankreich zurückgekehrt, um bei uns in die Brutsaison zu starten. Auch im Bergischen Land haben unsere Projektpartner Florian Schöllnhammer und Frank Herhaus bereits alte Bekannte gesehen und bitten um die Meldung von Rotmilansichtungen in der Region. 

Im Rahmen des Projekts Rotmilan – Land zum Leben erfassen sie den Bestand und kontrollieren den Bruterfolg in Wipperfürth, Lindlar und Kürten. Man vermutet, dass an Wupper, Sülz und Lennefe weit mehr Rotmilane leben als bislang geschätzt. Das Bergische Land biete dem Rotmilan einen hervorragenden Lebensraum: Kleine Wäldchen, viele offene Weiden und wenig Verkehr sind ideale Brut- und Jagdgebiete.

Kontakt:
Hinweise auf Nistplätze und Vorkommen von Rotmilanen in der Region nimmt Florian Schöllnhammer von der Biologischen Station Oberberg unter der Telefonnummer 0151-70417589 entgegen.

 

Volles Haus beim Tag des Rotmilans in der Auwaldstation Leipzig

Der Saal war brechend voll, als Land zum Leben-Projektmitarbeiter Peter Solluntsch  den Rotmilan und all seine Besonderheiten in einem ca. 45-minütigen Vortrag präsentierte. Danach gab es den preisgekrönten Film „Im Jahr des Rotmilans“ zu bewundern. Der Thementag der Auwaldstation, der von unserer Wanderausstellung begleitet wurde, war ein voller Erfolg, worüber wir uns sehr freuen. Den Abschlus bildetet eine Exkursion in Freie, Ferngläser zur Leihe lagen bereit.

 

Der „Rote Drache“ in der Auwaldstation Leipzig: Infotag rund um den Rotmilan

Am Sonntag, den 12. März ab 14 Uhr steigt in der Auwaldstation Leipzig der „Rote Drache“ auf: Ein Infotag rund um den Rotmilan.
Folgende Highlights erwarten die Besucher: Führung durch die Rotmilan-Ausstellung, Bastelangebot für Kinder, Vortrag und Filmvorführung unseres Projektmitarbeiters und Rotmilan-Experten Peter Solluntsch vom Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen und eine anschließende Exkursion.

Der Ort:
Auwaldstation Leipzig
Schlossweg 11
04159 Leipzig
www.auwaldstation.de

Viel Spaß beim Entdecken des „Roten Drachen“

Rotmilane bei der Rast © Christian Gelpke

Rotmilanvortrag von Thomas Pfeiffer am 22.2.17 in Bürgel (Thüringen)

Bürgel/Weimar. Auf Einladung des Vereins der Vogelzüchter und -liebhaber Bürgel referiert unser Projektmitarbeiter Thomas Pfeiffer aus Weimar heute Abend um 19 Uhr im Rathaussaal Bürgel über den Rotmilan.

Es geht um die Raumnutzung von Rotmilanen in Thüringen. Anhand GPS-telemetrischer Untersuchungen kann herausgefunden werden, in welchen Gebieten die besenderten Rotmilane unterwegs sind. Etwa 90 Minuten wird Pfeiffer über seine Forschungsergebnisse sprechen. Danach ist Zeit, um Fragen zu stellen, sich zu unterhalten und auszutauschen.

Lesen Sie hier hier ein kleines Interview mit Thomas Pfeiffer in der Ostthüringer Zeitung.

Land zum Leben im Jahresbericht 2016 „Zur biologischen Vielfalt – Jagd und Artenschutz“

Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein veröffentlicht seit 20 Jahren Themen aus den Bereichen Jagd und Artenschutz in seinem jährlichen Bericht „Zur biologischen Vielfalt – Jagd und Artenschutz“.

Im Jahresbericht 2016 wird das Projekt Rotmilan – Land zum Leben ausführlich erwähnt, insbesondere die Ergebnisse aus der Praxisregion aus Schleswig-Holstein. In den Kreisen Herzogtum, Lauenburg, Stormarn und Segeberg werden Flächeneigentümer von Christoph Gasse zu einer Landbewirtschaftung beraten, die dem Rotmilan bessere Nahrungsbedingungen schafft.

Die von der Kurt und Erika Schrobach-Stiftung und der Artenagentur des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) entwickelte Kleegrasbewirtschaftung wurde von Landwirten auch im vergangenen Jahr wieder nachgefragt. Neben der Kleegrasmischung wird auch zu Agrarumweltmaßnahmen des Landes beraten. Der Rotmilan profitiert besonders von den Maßnahmen „Kleinteiligkeit im Ackerbau“ und der „Milanvariante“ der Agrarumweltmaßnahme „Ackerlebensräume“ – beide wurden in 2016 häufig umgesetzt.

Für 13 weitere Flächen konnten seit Mitte 2015 wieder Verträge abgeschlossen werden, 43 Vertragsflächen sind es insgesamt seit Projektbeginn. Der Großteil dieser Flächen gehört zu ökologisch wirtschaftenden Betrieben, der Flächenanteil konventionell wirtschaftender Betriebe hat im Projektverlauf jedoch zugenommen.

Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft für Schleswig-Holstein und Hamburg ist für die Brutbestandserfassung und der Bruterfolgskontrolle auf einer Untersuchungsfläche innerhalb des Projektgebietes zuständig. Bis Ende April wurden im letzten Jahr Waldgebiete und Feldgehölze auf mögliche Neststandorte hin abgesucht und bereits Mitte März nestbauende Rotmilane entdeckt. Eine regelmäßige Kontrolle des Untersuchungsgebietes ist nötig, damit alle anwesenden Brutpaare sicher identifiziert werden können. Als Brutbäume wurden Laubbäume, insbesondere Eichen und Buchen bevorzugt. Der Bruterfolg wurde jeweils Mitte Juni durch Erklettern der Nestbäume kontrolliert. Der Baumbesteiger Thomas Grünkorn zählte bei den erfolgreichen Bruten die Anzahl der geschlüpften Küken und eventuell verbliebene Eier.

Die Ergebnisse zu Brutbestand und Bruterfolg fließen in die bundesweite Bewertung ein, für die der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) im Projekt zuständig ist. Die derzeitige Bestandszahl von Rotmilanen in Schleswig-Holstein liegt bei 130 Brutpaaren.

Rotmilan Zug zum Winterquartier

Machen Sie mit! Am 7. und 8. Januar 2017 ist Internationale Rotmilan-Schlafplatzzählung

Die meisten der bei uns brütenden Rotmilane ziehen im Herbst in den Süden und überwintern in Spanien, Südfrankreich oder Portugal. Der Zug in die wärmeren Winterquartiere beginnt Ende August und kann bis in den November hinein andauern. Die Hauptzugzeit ist von Mitte September bis Mitte Oktober, hängt aber immer auch von den jeweiligen Wetterverhältnissen vor Ort ab und kann daher stark variieren. Doch immer mehr Rotmilane bleiben in der Nähe ihrer Brutgebiete und verbringen den Winter über in Mitteleuropa. Die Überwinterung scheint abhängig von Witterungsverhältnissen und Nahrungsangebot (Mäusedichte) zu sein. In Deutschland sind das nordöstliche Harzvorland und das Thüringer Becken sowie der Südwesten die wichtigsten Überwinterungsregionen für Rotmilane.

Um genauere Zahlen zu überwinternden Rotmilanen zu erhalten, werden bereits seit einigen Jahren in Frankreich, Spanien und der Schweiz Rotmilane an ihren Schlafplätzen gezählt. Mittlerweile hat sich das erste Januar-Wochenende als fester Zähltermin etabliert und seit letztem Jahr ist Deutschland auch beteiligt. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Der Falke 4/2016 erschienen.

Die nächste internationale Rotmilan-Schlafplatzzählung findet am kommenden Wochenende vom 7. bis 8. Januar 2017 statt!

Zählen Sie mit und helfen Sie dabei, einen Überblick über die ungefähre Anzahl der in Deutschland überwinternden Rotmilane zu bekommen.

Bitte geben Sie Ihre gesammelten Daten auf www.ornitho.de ein, dem renommierten Internet-Portal für Vogelbeobachter. Dort finden Sie auch weitere Informationen sowie wichtige Hinweise zur Zählung.


Zwei Jungvögel im Nest © Christian Gelpke

1. Land zum Leben-Expertentagung in Weimar

Hamburg/Weimar, 8.12.16. Rotmilane brauchen mehr Unterstützung – das ist die Botschaft einer Tagung von rund 40 Greifvogelexperten und Artenschützern, die gestern in Weimar stattgefunden hat. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) hatte im Rahmen des Projektes Rotmilan – Land zum Leben in die Kulturstadt geladen. Vertreter aus verschiedenen Rotmilan-Projekten in Deutschland stellten ihre Arbeit vor. Besonders in Deutschland sind die Vogelschützer gefordert, denn mehr als die Hälfte aller Rotmilane brütet hier. Doch der Bestand nimmt ab und die Experten sind sich einig: Der Hauptgrund für den Rückgang des Greifvogels liegt im Wandel der Agrarlandschaften. Allein Getreide und Raps machen jährlich zwei Drittel der Gesamt-Ackerfläche in Deutschland aus. Besonders zur Zeit der Jungenaufzucht im Mai und Juni kann auf diesen Flächen keine Nahrung gefunden werden, da die Kulturen zu dicht stehen. Dies hat spürbar negative Folgen für den Nachwuchs der Art. Mit gezielten Maßnahmen aber lässt sich die Landschaft rotmilanfreundlicher gestalten.

Das Projekt Rotmilan – Land zum Leben setzt auf enge Zusammenarbeit mit den Landnutzern und berät sie in neun Regionen in sieben Bundesländern zur Umsetzung dieser Maßnahmen. Erste Erkenntnisse aus dem Projekt präsentierte Uwe Lerch vom DVL. Infolge der Beratung konnten die Störungen während der Brutzeit in den Waldgebieten deutlich reduziert und Fällungen von Nestbäumen vermieden werden. Auch in der Landwirtschaft trägt die Kooperation zunehmend Früchte. Lerch: „Die Bereitschaft zur Umsetzung von „rotmilanfreundlichen“ Agrarumweltmaßnahmen und Greening ist da, aber viele Maßnahmen sind noch verbesserungswürdig! Wesentliche Programmänderungen während einer laufenden Förderperiode wie die zeitweise Aussetzung der Förderung einzelner Maßnahmen oder die kurzfristige Kürzung von Geldleistungen unmittelbar vor Antragstellung zerstören das Vertrauen der Landnutzer und sind daher völlig unakzeptabel. Grundsätzlich müssen die Programme der Länder ausreichend finanziell ausgestattet und möglichst unbürokratisch gestaltet sein.“

Um die Bedürfnisse der Art zu erforschen und Schutzmaßnahmen zu überprüfen, setzen die Spezialisten auf modernste Technik: Sprichwörtlich federleichte GPS-Logger sammeln jahrelang Flugdaten der Vögel und lassen so erkennen, in welchen Kulturen besonders gut Beute gejagt werden kann. Thomas Pfeiffer aus Weimar konnte anhand der Daten nachweisen, dass Rotmilane immer wieder Grenzstrukturen wie Feldhecken, Feldwege und Ackerränder zur Nahrungssuche zielgerichtet absuchen. Auf deren Bedeutung wies auch Maik Sommerhage vom NABU Hessen hin. Jakob Katzenberger vom Dachverband Deutscher Avifaunisten ergänzt, dass Grünland von den Vögeln viel intensiver genutzt wird als Ackerkulturen, da sie aufgrund der dicht stehenden Kulturen kaum Nahrung finden. Dr. Eckard Gottschalk und seine Studenten von der Universität Göttingen untersuchen mithilfe von Nestkameras die Nahrungszusammensetzung und erforschen Einflüsse auf den Bruterfolg der Rotmilane. Sie nutzen ein breites Beutespektrum und profitieren daher von einer abwechslungsreichen Landschaft.
Dass die Jungvögel mit immer weniger Körpergewicht ins Leben starten, bestätigen auch die Daten von Thomas Pfeiffer. Seit 28 Jahren wiegt er Jungvögel bei der Beringung. „Der Nachwuchs ist in diesem Zeitraum um ca. 10 % leichter geworden und hat dadurch im ersten Lebensjahr geringere Überlebenschancen“, so Pfeiffer.

Uwe Lerch: „Aufgrund des kleinen Verbreitungsgebietes des Rotmilans kommen effiziente Schutzmaßnahmen in Deutschland direkt der gesamten Weltpopulation zugute“. Ein guter Grund, die Kooperation der Fachleute zu verstärken. Daher wollen sich die Experten von nun an jährlich treffen, um neueste Projekt- und Forschungsergebnisse auszutauschen.


Rotmilan-Wanderausstellung in der Wasserburg Kapellendorf

Kapellendorf – Letzte Woche wurde die Rotmilan-Wanderausstellung feierlich in der Wasserburg Kapellendorf eröffnet. Während sich die Rotmilane nun größtenteils im Winterquartier befinden, kann man in der größten Burg Thüringens Spannendes rund um Deutschlands heimlichen Wappenvogel erfahren. Die Rotmilan-Wanderausstellung ist mit vielen 3D-Objekten ausgestattet und vermittelt Wissen auf interaktive Art und Weise. Sie richtet sich an die naturinteressierte Bevölkerung und ist daher sowohl für Familien und Naturfreunde als auch für Fachleute gleichermaßen interessant.

Die Wasserburg Kapellendorf liegt mitten in der gleichnamigen Gemeinde, die sich wiederum im Zentrum des Städtedreiecks Jena – Weimar – Apolda befindet. Sie wird als als Museum und Veranstaltungsort genutzt. Die Rotmilan-Wanderausstellung kann noch bis Februar 2017 besucht werden. Der Eintritt ist frei und eine Voranmeldung für Gruppen ist nur gewünscht, wenn diese eine Führung durch die Ausstellung möchten.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 Uhr bis 12 Uhr und 13 Uhr bis 17 Uhr

Wasserburg Kapellendorf
Am Burgplatz 1
99510 Kapellendorf
Tel.: 036425-22485
Fax: 036425-22485
Mail: wasserburg-kapellendorf@gmx.de

Ansprechpartnerin ist die Kuratorin und Schlossverwalterin Frau Marie Petermann.

Foto: Sascha Margon


Neue Brutbäume für den Rotmilan

Großneuhausen – Der Landschaftspflegeverband Mittelthüringen hat in Großneuhausen Pappeln, Eichen und Linden gepflanzt und damit langfristig bessere Brutbedingungen für Rotmilane geschaffen. Die Greifvögel bauen ihre Nester gern in Baumreihen, um von dort aus leichter in ihre Nahrungsgebiete zu gelangen.
Wie Bürgermeister Torsten Köther informiert, sind in der vergangenen Woche entlang der Lossa, an der Landstraße zwischen Klein- und Großneuhausen sowie am Bachaer Weg insgesamt 41 Bäume in die Erde gekommen. Annemarie Bauer vom Landschaftspflegeverband Mittelthüringen e.V. und Bürgermeister Torsten Köther beraten über weitere geeignete Standorte in Großneuhausen, denn die Gemeinde will 2017 noch mehr Bäume pflanzen.
Lesen Sie hier den gesamten Artikel.

 

Foto: Annett Kletzke

Thüringer Allgemeine: Blühstreifen für den Rotmilan

Die Agrargenossenschaft Rottdorf unterstützt den Rotmilan mit der Anlage von Blühstreifen und dient in unserem Projektgebiet Mittelthüringen als Vorzeigebetrieb. Zusammen mit Dietmar Pfeiffer, dem Geschäftsführer der Genossenschaft, haben Jana Apel und Annemarie Bauer vom Landschaftspflegeverband Mittelthüringen e.V. Infotafeln an den Feldern aufgestellt, die den Sinn der Blühstreifen erklären.
 
Die Thüringer Allgemeine berichtete in einem Artikel darüber:
 
 

Thüringer Allgemeine: Blühstreifen für den Rotmilan

Thüringer Allgemeine: Blühstreifen für den Rotmilan

In Oberberg werden Nistplätze des Rotmilans erfasst

Wipperfürth/Oberberg –

Kleine Wälder, viele Weiden, wenig Verkehr. Die Landschaft oberhalb von Wipperfürth ist ein ideales Jagdrevier für den Rotmilan. Florian Schöllnhammer ist seinerseits auf der Jagd nach dem seltenen Greifvogel: Mit dem Fernglas sucht er den Waldrand bei Finklenburg nach Nestern des Rotmilans ab, der auch als heimlicher Wappenvogel Deutschlands gilt. Denn: „Rund die Hälfte der europäischen Rotmilan-Population nistet in der Bundesrepublik“, erklärt Florian Schöllnhammer.
 
Waldbesitzer können helfen

Schöllnhammer ist Mitarbeiter der Biologischen Stationen Rhein-Berg und Oberberg, die an dem bundesweiten Projekt „Rotmilan, Land zum Leben“ teilnehmen. Mit dem Projekt soll der Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Vogels erforscht werden. Die Mitarbeiter dokumentieren die Nester und die Bruterfolge. Ziel des Projekts ist es, mit den Ergebnissen den Rotmilan gezielt zu schützen.
 
Zum Originalbeitrag

Rapsfeld © Christian Gelpke

Nicht nur Rotmilan im Sinkflug – Europaweite Studie zum Rückgang der Feldvögel

Der Rückgang der Feldvögel kann unter den derzeitigen Vorgaben der Agrar- und Naturschutzpolitik der Europäischen Union nicht gestoppt werden. Zu diesem Ergebniss kommt eine gemeinsame Studie von acht europäischen Forschungseinrichtungen und Verbänden. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Naturschutzpolitik durch EU-Vogelschutzrichtlinie und Agrarumweltprogramme zwar einen wichtigen Beitrag zum Erhalt vieler Vogelarten in den agrarisch geprägten Lebensräumen leistet, sie den durch die Agrarpolitik ausgelösten dramatischen Artenschwund aber derzeit nicht stoppen kann. Nach Meinung der Autoren, zu denen auch unsere Projektpartner des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) gehören, führt besonders die Förderpolitik der EU zu einer immer intensiveren Landwirtschaft und dadurch zu immer schlechteren Lebensbedingungen für die Feldvogelarten.

 

Die Wissenschaftler untersuchten die Entwicklung aller 39 EU-weit verbreiteten häufigen Feldvogelarten von 1981 bis 2012. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass je mehr EU-Vogelschutzgebiete in der Agrarlandschaft ausgewiesen wurden und je größer der Anteil der durch Agrarumweltmaßnahmen geförderten Agrarfläche war, die durch die Intensivierung der Landwirtschaft verursachten Bestandsrückgänge desto geringer ausfielen. Diese offensichtlich erfolgreichen Naturschutzinstrumente reichen jedoch nicht aus, um den Rückgang der Vögel der Agrarlandschaft zu stoppen.

 

Zu der europaweiten Studie zum Rückgang der Feldvögel gelangen Sie hier:

Gamero et al. (2016): Tracking Progress Towards EU Biodiversity Strategy Targets: EU Policy Effects in Preserving its Common Farmland Birds. Conservation letters, DOI: 10.1111/conl.12292

 

Von der Intensivierung der Landwirtschaft ist in besonderem Maße der Rotmilan betroffen. Das Projekt Land zum Leben entwickelte daher bereits den Praxisratgeber Landwirtschaft, in dem rotmilanfreundliche Agrarumweltmaßnahmen vorgestellt werden.

© fotolia / Dalia & Giedrius

Land zum Leben veröffentlicht Praxisratgeber für die Landwirtschaft

Sorgenkind Rotmilan – Das Schutzprojekt Rotmilan-Land zum Leben veröffentlicht einen Praxisratgeber zur Beratung landwirtschaftlicher Betriebe. Sichtbar wird, dass einige Bundesländer den Rotmilan aktiv schützen, während andere dies unterlassen.
 
Seit den 1990er Jahren gehen die Rotmilan-Bestände dort zurück, wo sich die Ackernutzung intensiviert hat. Denn wenn Pflanzen dicht stehen, kann ein über dem Acker kreisender Greifvogel seine Nahrung, zum Beispiel Mäuse, nicht mehr sehen. Wird die Ackernutzung umgestellt, beispielsweise Luzerne angebaut und bewirtschaftet, kann der Rotmilan besser Nahrung finden und seine Jungvögel aufziehen. Auch mit der Anlage von Blühstreifen entsteht mehr Vielfalt auf dem Acker, die für den bedrohten Greifvogel wichtig ist.
 
Um die Nahrungsflächen für den Rotmilan zu optimieren, wird das Schutzprojekt Rotmilan-Land zum Leben im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL), der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) und die Deutsche Wildtier Stiftung arbeiten mit Praxispartnern zusammen, die die Landnutzenden vor Ort zu rotmilanfreundlicher Landwirtschaft beraten. Im Praxisratgeber Landwirtschaft listen sie nun für die einzelnen Bundesländer die Agrarumweltmaßnahmen zum Schutz des Rotmilans auf, die Artenschutz und praktische Landwirtschaft kombinieren.
 
Solche Maßnahmen bedeuten häufig Mehraufwand. Landwirtinnen und Landwirte werden sie daher nur dann umsetzen, wenn dieser Aufwand honoriert wird. Deshalb benennt der Ratgeber, welche Ausgleichszahlungen die Landnutzenden dafür in den einzelnen Bundesländern erhalten. Forstbewirtschafterinnen und –bewirtschafter erfahren darin, wie man brütende Rotmilane mit einfachen Mitteln am Nest schützt, denn es kommt auf jeden Jungvogel an.
 
Für die Gestaltung der Agrarumweltmaßnahmen sind die Bundesländer zuständig. Der Praxisratgeber zeigt deutlich, dass trotz der großen Verantwortung nicht alle Bundesländer geeignete Maßnahmen anbieten. Brandenburg beispielsweise ist mit seinen fast 1900 Brutpaaren eines der wichtigsten Länder für den Rotmilan. Trotzdem bietet es im Rahmen der Agrar-Umweltprogramme keine einzige Maßnahme für eine rotmilanfreundliche Bewirtschaftung auf Ackerland an.
 
Thüringen, Sachsen und Niedersachsen unterstützen den Rotmilan-Schutz seit vielen Jahren mit wirksamen Maßnahmen. Schleswig-Holstein hat sogar ein Schutzprogramm speziell für das Projekt „Rotmilan – Land zum Leben“ initiiert. So ein Engagement ist notwendig, um die Bestände des Rotmilans in Deutschland dauerhaft zu sichern. „Damit sich Landwirte für Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt entscheiden und in diese investieren, brauchen sie die Sicherheit, dass die gewählten Agrarumweltmaßnahmen auch langfristig bestehen. Nur so kann das nötige Vertrauen der Landwirtschaft in den Naturschutz entstehen“, erklärt Bernd Blümlein, stellvertrender Geschäftsführer des Deutschen Verbands für Landschaftspflege. Der DVL, der DDA und die Deutsche Wildtier Stiftung setzen sich daher für einen Dialog mit den Bundesländern ein, damit wirksame und langfristig ausgerichtete Programme für den Schutz des Rotmilans entwickelt werden.
 
Der Praxisratgeber Landwirtschaft steht hier zum Download bereit.
 
 
 
(Foto: © fotolia / Dalia & Giedrius)

Brandneu: Land zum Leben – Der Film

Wir freuen uns, nun auch einen Film über die Arbeit im Verbundprojekt Rotmilan – Land zum Leben präsentieren zu können!
 
Zusammen mit dem Team der Agentur POPULAR waren wir im Projektgebiet Ostsachsen unterwegs und freuen uns über die einmaligen Aufnahmen, die entstanden sind. Wir bedanken uns bei unseren Praxispartnern vor Ort, Madlen Schimkat und Winfried Nachtigall vom Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz e.V., sowie Josephine Thomann von der Agrargenossenschaft Klitten, die uns bei der Organisation und durch ihren Einsatz als Protagonisten großartig unterstützt haben.
 
Ein Vorgeschmack:
 
 

 
Und hier geht es zum gesamten Film.

Abwechslungsreiche Landschaft © Christian Gelpke

Land zum Leben in Niedersachsen!

Die Agrarumweltmaßnahme AUM „BS6 – Mehrjährige Schonstreifen für den Rotmilan“ wird in Niedersachsen wieder angeboten. Stichtag für den Antrag für 2017 ist der 17. Mai. Für „Land zum Leben“- Projektmitarbeiterin Ute Grothey ist das Programm eine Erfolgsgeschichte. Sie ist Projektleiterin beim Landschaftspflegeverband Göttingen (LVP) und dort unter anderem zuständig für die Beratung der Landwirte. Der Landkreis Göttingen ist also nicht umsonst ein Schwerpunkt für das bei Landwirten beliebte Agrarumweltprogramm. Mehr dazu hier.

Göttinger Tageblatt über Infoabend des Landschaftspflegeverbandes zu Agrarumweltmaßnahmen

Anfang April informierte Ute Grothey vom Landschaftspflegeverband Göttingen rund 50 Landwirte über Agrarumweltmaßnahmen auf dem Acker. Dabei stellte sie Neuerungen, Antragsmodalitäten, Fördersätze und Blühstreifen-Varianten vor.

Durch Schon- und Blühflächen soll das Nahrungsangebot des Rotmilans verbessert werden, doch im vergangenen Jahr hatte es erhebliche Irritationen darüber gegeben, ob durch die Anlage mehrjähriger Blüh- und Schonflächen für den Rotmilan der Ackerstatus von Flächen verloren geht. Ein Drittel der Anträge für 700 Hektar Fläche seien wieder zurückgezogen worden, berichtete Grothey. Jetzt stelle eine aktuelle Auslegung der EU-Kommission sicher, dass Vertragsnaturschutzäcker kein Dauergrünland werden und den Status vor der Maßnahme behalten.

Laut Grothey gebe es bei den Landwirten im Landkreis Göttingen eine hohe Bereitschaft, sich an Schutzmaßnahmen für den Rotmilan zu beteiligen.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel.

Artikel zum Thema Nestschutz auf forstpraxis.de

Das renommierte Informationsportal forstpraxis.de hat unsere Vorschläge zum Schutz von Rotmilan-Brutbäumen aufgenommen und in einem Artikel auf der Website sowie in der Zeitschrift AFZ-Der Wald veröffentlicht.

Hier geht es zum vollständigen Artikel.

Sichere Kinderstube für Deutschlands heimlichen Wappenvogel – Jetzt Ratgeber downloaden

Die Brutzeit beginnt- Wenig Einschränkungen der Forstwirtschaft

Deutschland ist Rotmilanland. Nirgendwo auf der Erde leben mehr Rotmilane als bei uns. Aus diesem Grund hat Deutschland für den Schutz der eleganten Greifvögel eine besonders hohe Verantwortung, denn der Bestand nimmt seit Anfang der 1990er Jahre stetig ab. Für den Erhalt der Art ist entscheidend, dass möglichst viele Brutpaare erfolgreich Jungvögel großziehen können. Und die Brutzeit beginnt dieser Tage!

Aus diesem Grund konzentriert sich das nationale Schutzprojekt Land zum Leben– gefördert mit Mitteln des Bundesumweltministeriums- besonders auch auf den Schutz brütender Rotmilane. Wie alle Vögel brüten auch Rotmilane am liebsten ungestört. Fast immer bauen sie ihre Nester am Rand von Wäldern und Gehölzen. Obwohl sie nicht übermäßig sensibel sind, gilt für Landnutzer sowie Försterinnen und Förster: Im Frühjahr bitte auf Greifvogelhorste achten, denn ein aufgegebenes Nest mit Jungvögeln ist für die bedrohten Tiere eine Katastrophe. Aus diesem Grund ist auch die Gesetzeslage eindeutig: es ist verboten, Rotmilane und andere Greifvögel während der Brutzeit zu stören oder Nester zu beschädigen oder zu entfernen (§ 44 Bundesnaturschutzgesetz).

Die gute Nachricht: Um als Förster oder Landwirt alles richtig zu machen, braucht es nicht viel. Eine Nestschutzzone in der Zeit von März bis Juli ist schnell und unkompliziert eingerichtet. Man muss nur wissen, wo die Vögel brüten. Der neue Ratgeber Nestschutz des Projektes Land zum Leben erklärt schnell und übersichtlich, wie es geht.

Den Ratgeber können Sie hier downloaden oder kostenlos bestellen: Einfach eine Email an info@rotmilan.org

Biologische Station nimmt an bundesweitem Projekt teil

Kölner Stadt-Anzeiger über die Arbeit der Biostation Rhein-Berg / Oberberg

Unsere Projektpartner von der Biologischen Station Rhein-Berg und Oberberg arbeiten eng mit den Waldbesitzern vor Ort zusammen, um diese für den Schutz des Rotmilans zu sensibilisieren. Die Region ist durch einen hohen Wald- und Grünlandanteil geprägt, daher kümmern sich Florian Schöllnhammer und Frank Herhaus schwerpunktmäßig um den Schutz der Bruthabitate. Während in vielen Gebieten Deutschlands die intensive landwirtschaftliche Nutzung Ursache für den Bestandsrückgang ist, haben die Rotmilane in Rhein-Berg und Oberberg eher mit Störungen während der Brutzeit zu kämpfen.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel!

Kofferinhalt Übersicht

Nachhaltige Bildung mit dem kostenlosen Rotmilankoffer

Mit dem neuen Rotmilankoffer möchten wir Menschen ab 11 Jahren für unseren heimlichen Wappenvogel begeistern. Der Koffer kann für den Schulunterricht oder im Rahmen von (außerschulischen) Projektwochen kostenlos für 4 Wochen ausgeliehen werden und enthält vielfältige Materialien zum Anschauen und „Begreifen“, die flexibel nach dem Baukastenprinzip eingesetzt werden können.

Neben der Faszination Rotmilan steht auch das Thema Landwirtschaft im Fokus: Wie hat sich die Landwirtschaft in den letzten 100 Jahren entwickelt und was hat das mit dem Rotmilan und unseren modernen Lebensgewohnheiten zu tun?

Der interaktive Moderator „Bauer Kamphenkel“ erläutert den Konflikt zwischen Landwirtschaft und Erhalt der Artenvielfalt und führt mit kleinen Filmen unterhaltsam durch den Koffer. Dabei regt er zum Diskutieren und Nachdenken an. Mit dabei: das Handbuch Rotmilan, das Hintergrundwissen sowie Vorschläge zum Gebrauch der Materialien liefert.
Vorkenntnisse zu dem Thema sind daher nicht nötig!

Weitere Informationen finden Sie hier. Zur Bestellung schicken Sie eine Email an info@rotmilan.org

 

Titelbild Broschüre

Neue Broschüre über Land zum Leben – auch zum Download

Informativ und anschaulich: unsere fast noch druckfrische Broschüre enthält wissenswerte Informationen zum Rotmilan und gibt einen Überblick über unsere Arbeit im Projekt Land zum Leben. Das handliche Heft für die naturinteressierte Öffentlichkeit wird nun überall dort verteilt, wo das Projekt Lebensräume für den Rotmilan verbessert und steht hier zum Download bereit.

Luzerne – die Königin der Futterpflanzen – jetzt Infoblatt downloaden

In der Landwirtschaft gilt Luzerne als die Königin der Futterpflanzen. Durch den Anbau von kleinkörnigen Leguminosen können zudem „ganz nebenbei“ wichtige Lebensräume zur Fortpflanzung sowie Rastplätze und Nahrungsquellen für eine Vielzahl von Tierarten geschaffen werden. So profitiert u.a. der Rotmilan von einem mehrjährigen Ackerfutteranbau und der regelmäßigen Mahd der Luzerne. Darüber hinaus verbessern stickstoffbindende Pflanzen die Bodenqualität und sparen damit Dünger und Energie. Für interessierte Landwirte haben wir ein Infoblatt erstellt, das über alle Aspekte dieser tollen Kultur informiert und hier zum Download bereitsteht.

Land zum Leben zeigt erste Erfolge – Artikel in der Fachzeitschrift „Der Falke“

Wir freuen uns, mit ersten Ergebnissen aus unserem Projekt in der aktuellen Ausgabe der renommierten Zeitschrift „Der Falke“ zu erscheinen. Seit 2013 untersucht der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern das Nahrungsangebot und die Raumnutzung der Rotmilane in Deutschland.

Der Lebensraum dieser Greifvögel setzt sich aus einem abwechslungsreichen Mosaik aus Wald- und Offenlandschaft zusammen. Land- und Forstwirtschaft spielen bei der Erhaltung des Rotmilans daher Schlüsselrollen. In neun Projektgebieten wird getestet, wie Artenschutz und Landnutzung in Einklang gebracht werden kann. Wie steht es um den Schutz der eleganten Greifvogelart in Deutschland, von der wir mehr als die Hälfte der weltweiten Population beherbergen?

Erste Erfolge des Projekts werden nun in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift „DER FALKE“ veröffentlicht. Den Artikel können Sie bereits vor Erscheinen der gedruckten Ausgabe hier herunterladen.

Rotmilan © piclease/E. Thielscher

Land zum Leben – Jahresrückblick 2015

Was bisher geschah: Mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit leben in Deutschland. Somit trägt Deutschland eine besondere Verantwortung für den Schutz des Greifvogels. Doch der Bestand geht stetig zurück. Um diesem Rückgang entgegenzuwirken, startete im Herbst 2013  das nationale Schutzprojekt Rotmilan – Land zum Leben. Kern des Vorhabens ist die Beratung und Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft in zehn Praxisregionen in acht Bundesländern. Gemeinsam soll die Agrarlandschaft so gestaltet werden, dass der Rotmilan ein verbessertes Nahrungsangebot vorfindet und eine sichere Zukunft hat.

Das Jahr 2015 nähert sich dem Ende. Unsere Rotmilane sind bereits im Winterquartier angekommen, nur einige wenige sind noch auf dem Zug oder ziehen gar nicht erst fort. Nachdem das erste Projektjahr 2014 noch durch die Erhebung des Rotmilanbestandes in den Projektregionen sowie von naturschutzpolitischen Unsicherheiten bei Agrarumweltmaßnahmen geprägt war, wurde das Bild 2015 deutlich klarer. In zehn Praxisregionen fanden hinsichtlich des Brutbestands Kartierungen statt und Landwirte sowie Grundeigentümer wurden zu rotmilanfreundlicher Landwirtschaft, Erhalt, Anlage und Umbau von Habitatstrukturen und dem Schutz vorhandener Horste beraten.

Hier entsteht mehr Land zum Leben - die Praxisregionen in Deutschland © DDA

Hier entsteht mehr Land zum Leben – die Praxisregionen in Deutschland © DDA 2015

Nun war klar, wie viele Rotmilane wo brüten und was genau unsere Beraterinnen und Berater für mehr Land zum Leben tun können. Aufgrund der nun endlich feststehenden Förderprogramme für mehr Naturschutz in der Landwirtschaft konnten diese Beratungen noch verbindlicher ausfallen. Unsere Beraterinnen und Berater sowie die Landwirtinnen und Landwirte realisierten insgesamt 2274 Maßnahmen auf einer Fläche von knapp 3200 ha. Dies entspricht einer Fläche knapp 4500 Fußballfeldern.

Allein in der Projektregion Göttingen setzen 110 Betriebe Maßnahmen um, die dem Rotmilan helfen. Auch der Schutz von Nestern und die Schaffung neuer Brutmöglichkeiten wird groß geschrieben: Im Weimarer Land warten mehr als 2000 Bäume darauf, eingepflanzt zu werden, um Rotmilanen in Zukunft Brutmöglichkeiten zu bieten und abgängige, alte Bäume zu ersetzen. 38 Waldbesitzer wurden in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen beraten. Um eine hohe Qualität unserer Arbeit zu gewährleisten, werden unsere Praxispartner regelmäßig weitergebildet.

 

Unsere Praxispartner schützen viele Nestbäume mit Manschetten vor Nesträubern wie Waschbär oder Marder (Quelle: M. Schimkat)

Unsere Praxispartner schützen viele Nestbäume mit Manschetten vor Nesträubern wie Waschbär oder Marder © Madeleine Schimkat

Wie rotmilanfreundlich die Maßnahmen sind, die die Landnutzenden umsetzten, wurde von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Projekts untersucht. Eine zentrale Frage dabei: Auf welches Maß muss der Bruterfolg gesteigert werden, um den Bestand zu stabilisieren und eine Gefährdung auszuschließen? Zudem wurden die durchgeführten praktischen Maßnahmen auf den Flächen evaluiert: Auf Flächen mit welchen Agrarumweltmaßnahmen kommen wie viele potentielle Beutetiere vor? Zudem führte das Thünen Institut auch 2015 eine Evaluierung der Beratungen durch. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Schaffung von Akzeptanz bei den Landnutzenden. Durch die gewonnenen Ergebnisse kann die Beratung weiter verbessert werden.

Um Anregungen zu den gegenwärtigen Agrarumweltmaßnahmen der Bundesländer zu geben und Optimierungspotentiale aufzuzeigen, analysierte das Team von Land zum Leben die verschiedenen Entwürfe im Hinblick auf Ihre Eignung zum Schutz des roten Greifvogels. So konnten in Schleswig Holstein und Niedersachsen auch aufgrund unserer Bemühungen Optimierungen durchgeführt werden, sodass in Zukunft eine Vielzahl neuer Maßnahmen finanziell gefördert wird. Zur kommenden Förderperiode können, orientiert an den vorangegangenen Optimierungen, weitere fachliche Anpassungen und Maßnahmen in die Förderprogramme aufgenommen werden. In Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen liegen bereits entsprechende Vorschläge vor.

Auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit ist eine Menge passiert. Unsere Wanderausstellung zum Projekt erfreut sich großer Beliebtheit und tourt durch Deutschland. Die Website ist zu einem zentralen Werkzeug der Information rund um den Rotmilan ausgebaut worden, so finden Sie in unserem Downloadbereich allerhand nützliche Informationen sowie Praxisratgeber, die für mehr Land zum Leben sorgen können.