Ackern für den Rotmilan

Hier stellen wir engagierte Landwirtinnen und Landwirte vor, die mit rotmilanfreundlicher Landnutzung zum Ziel des Projekts beitragen. Die Unterstützung durch die Landwirtschaft ist entscheidend, denn der Greifvogel ist auf die genutzte Landschaft als Nahrungsflächen angewiesen. Die Beratung von Landnutzern zu Maßnahmen, die seinen Lebensraum verbessern, ist Kernaufgabe des Projekts Rotmilan – Land zum Leben. Unsere Praxispartner stehen Ihnen in den Regionen als Ansprechpartner für alle inhaltlichen Fragen zur naturschutzfachlichen Beratung und die Umsetzung praktischer Maßnahmen zur Verfügung.

Ausgezeichnete Landwirtschaft

Einmal pro Jahr werden Land- und Forstbetriebe, Waldeigentümer, Kommunen oder Landkreise, die sich mit besonderen Leistungen zum Schutz des Rotmilans einsetzen, vom Projekt Rotmilan – Land zum Leben ausgezeichnet.

So werden Maßnahmen zur Verbesserung von Nahrungsangebot und -verfügbarkeit honoriert, die über das Greening hinaus gehen, aber auch Bemühungen  zum Schutz des störungsfreien Brutverlaufs und zur Verbesserung der Bruthabitate  werden anerkannt. Dabei werden räumliche und zeitliche Faktoren mit berücksichtigt.

2018

Im Jahr 2018 haben sieben Landwirtschaftsbetriebe und ein Forstbetrieb aus sechs Bundesländern die Auszeichnung „Rotmilanfreundlicher Betrieb“ erhalten:

Traupe GbR, Niedersachsen

Die Traupe GbR ist seit Beginn des Rotmilanprojektes im Landkreis Göttingen mit von der Partie. Der konventionelle Milchviehbetrieb baut Luzerne an, die als Grünfutter für die rund 200 Milchkühe dient und durch mehrfaches Mähen im Frühsommer dem Rotmilan bei der Nahrungssuche zu Gute kommt. Der Betriebsleiter trägt als Multiplikator im besonderen Maße dazu bei, dass der Anbau von Luzerne auch über die Agrarumweltmaßnahmen hinaus, Interesse und Eingang in weitere ähnlich wirtschaftende Betriebe in der Region findet.

Presse:
Göttinger Tageblatt – Auszeichnung für Schutzprojekt (23.10.2018).

Niedersächsische Landesforsten

Die Niedersächsischen Landesforsten haben sich von Beginn an bereit erklärt, im Rotmilanprojekt aktiv mitzuwirken, um in den Forsten und auch den Genossenschaftswäldern, die sie betreuen, einen störungsfreien Brutverlauf für den Rotmilan zu gewährleisten. Seit 2016 werden Nestschutzzonen in einem Umkreis von 100 Metern um die Horste eingerichtet, in denen zur Brutzeit keine Waldarbeiten ausgeführt werden. Nachdem in 2014 noch zwei Störungsfälle in den Landesforsten registriert wurden, konnten seit Umsetzung der Schutzmaßnahmen keine Störungen mehr festgestellt werden.

Presse:
Harzkurier – Rotmilan-Bestand in Südniedersachsen ist stabil (5.11.2018).

Landwirtschaftsbetrieb Domanja, Sachsen

Der Familienbetrieb Domanja ist einer der größten in der Region Hoyerswerda, der auf einem Drittel seiner Fläche ökologisch nach EU-Richtlinien wirtschaftet. Auf Bio-Aroniaflächen werden bereits seit 2012 zwischen den Strauchreihen Luzerne als Futterpflanze angebaut. Durch die häufige Mahd der Flächen haben Greifvögel wie der Rotmilan ungehinderten Zugriff auf Kleinsäuger. Der Betrieb verzichtet schon immer auf Rodentizide (Nagergifte), ist den Belangen des Naturschutzes sehr aufgeschlossen und baut seine naturschutzorientierte Bewirtschaftungsform stetig aus.

Presse:
Ssorbische Zeitung Serbske Nowiny (8.11.2018).

AG e.G. Hohenprießnitz, Sachsen

Die Agrargenossenschaft Hohenprießnitz ist ein langjähriger Partnerbetrieb des Landschaftspflegeverbands Nordwestsachsen und bewirtschaftet Flächen in der Eilenburger und Bad Dübener Region. Neben ihrem Kerngeschäft Ackerbau und Viehzucht engagiert sie sich auf vielfältige Weise für die Natur. Seit über zehn Jahren werden auf über 150 Hektar Luzerne als Zwischenfrucht angebaut sowie ausgedehnte Weide- und Brachflächen angelegt, die als Nahrungsflächen für den Rotmilan besonders wertvoll sind. Aber auch in Sachen Nestschutz ist die Agrargenossenschaft aktiv und beteiligt sich am Umbau einer Pappelallee. Auf etwa einem Kilometer wurden altersschwache Bäume beseitigt und an deren Stelle neue gepflanzt. Die schnell wachsenden Pappeln dienen dem Rotmilan bereits in einigen Jahren als Nestbäume.

Presse:
Leipziger Volkszeitung – Auszeichnung für Agrargenossenschaft Hohenprießnitz (18.11.2018).

Randow Welse GmbH, Brandenburg

Die Randow Welse GmbH & Co. Agrarproduktions KG ist seit 2016 Partner im Projekt und setzt auf drei Standorten rotmilanfördernde Maßnahmen um. In Kooperation mit einem Schweinehalter wurden einige Hektare Luzerne angebaut und die Fläche konnte in diesem Jahr vergrößert werden. Des Weiteren hat sich der Betrieb bereit erklärt, auf drei weiteren Standorten knapp zehn Hektar Brachen in Selbstbegrünung anzulegen. Der Betriebsleiter Herr Preuß ist sehr kooperativ, macht eigene Vorschläge zur Umsetzung von Maßnahmen und bietet weitere Flächen an.

Landhöfe Kargow-Waren GmbH, Mecklenburg-Vorpommern

Die Landhöfe Kargow-Waren GmbH ist ein Öko-Betrieb, der an den Müritz-Nationalpark angrenzt, und seit Beginn des Projektes aktiv mit dem Projektpartner Landschaftspflegeverband Mecklenburger Endmoräne e.V. zusammenarbeitet. Der Betrieb ist außerdem Teil des Projekts „Landwirtschaft für die Artenvielfalt“ und setzt zahlreiche Naturschutzmaßnahmen um, die nicht nur dem Rotmilan zu Gute kommen. Etwa 2/3 der Gesamtfläche ist Grünland, das nicht gedüngt und mit geringer Tierdichte beweidet wird.  Maßnahmen speziell für den Rotmilan sind u.a. der Anbau von Luzerne und Kleegras sowie die Anlage von Brachflächen. Der Betrieb führt regelmäßig Betriebsführungen für Bioparkmitglieder durch, in dessen Rahmen auch über das Rotmilanprojekt berichtet wird.

Kattendorfer Hof, Schleswig-Holstein

Der Kattendorfer Hof der Betriebsgemeinschaft Demeter Kreise Stormarn und Segeberg hat sich über die gesamte Laufzeit an der Pilotmaßnahme des Landes „Etablierung angepasst bewirtschafteter Kleegrasflächen zur Verbesserung des Nahrungsangebotes für den Rotmilan“ mit vielen Flächen beteiligt. Als 2015 aus der Pilotmaßnahme die Agrarumweltmaßnahme „Kleinteiligkeit im Ackerbau“ wurde, hat der Betrieb sich mit weiteren Flächen auch an dieser beteiligt. Der Kattendorfer Hof hat im Laufe der Projektlaufzeit immer wieder auf Eigeninitiative Betriebsflächen für das Rotmilanprojekt ins Gespräch gebracht. Im betriebseigenen Hofladen wird das Infomaterial über Rotmilan – Land zum Leben ausgelegt und das Projekt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Landwirtschaftsbetrieb Thomas Kürsten, Thüringen

Der Landwirtschaftsbetrieb setzt sich mit verschiedenen rotmilanfreundlichen Anbaukulturen für den Schutz des Greifvogels ein, indem er beispielsweise Sommer- statt Wintergetreide anbaut. Die Weiden werden mit der gestaffelten Mahd so bearbeitet, dass sie dem Rotmilan über einen längeren Zeitraum Nahrungsflächen bieten. In unmittelbarer Nähe zum Betrieb befinden sich jedes Jahr drei bis vier Rotmilannester mit erfolgreichen Bruten und Thomas Kürsten hat großes Interesse daran, „seine“ Rotmilane zu schützen und gibt mit Begeisterung sein Wissen über die die Greifvögel weiter.

2017

In vier Bundesländern wurden sechs Landwirtschaftsbetriebe und ein Forstbetrieb mit einer Urkunde ausgezeichnet:

Agrargenossenschaft Hohenroda eG, Nordwestsachsen

Die Agrargenossenschaft Hohenroda baut gezielt Luzerne als Grünfutter an, die viertwichtigste Kultur des Betriebes. Im Anbau wird komplett auf Pflanzenschutzmittel verzichtet. Naturschutz gilt als fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie, daher setzt die AG Hohenroda seit Jahren strukturverbessernde Maßnahmen um, indem sie Baum-Strauch-Hecken anlegt. Ein innovativer Ansatz des Betriebes ist eine eigene Milchtankstelle.

Presse:
Bauernzeitung – Auszeichnung als „rotmilanfreundlicher Betrieb“ (23.4.2018)
Leipziger Volkzeitung – Hohenrodaer Bauern ackern für den Rotmilan (28.1.2018)

Luzica – Milch und Rindfleisch GmbH, Ostsachsen

Die Luzica – Milch und Rindfleisch GmbH zeichnet sich durch eine naturschutzorientierte Betriebsführung aus und setzt eine Reihe von Agrarumweltmaßnahmen um. Im Fokus steht der Luzerneanbau, aber auch ein angepasstes Mahdregime und einjährige Brachen werden zugunsten des Rotmilans umsetzt.  Der Betrieb engagiert sich an Aktionen, wie z.B. dem Luzernetag in Ostsachsen und bietet Feldbegehungen an.

Presse:
Lausitzer Rundschau – Mehr Land für den Rotmilan (15.2.2018)

Bio-Milchviehbetrieb Wolfgang Holz, Schleswig-Holstein

Der Betrieb hat sich gleich zu Beginn an der Pilotmaßnahme des Landes „Etablierung angepasster bewirtschafteter Kleegrasflächen zur Verbesserung des Nahrungsangebotes für den Rotmilan“ mit Flächen beteiligt und weitere Agrarumweltmaßnahmen umgesetzt, die dem Rotmilan zu Gute kommen. Die Familie Holz bewirtschaftet mit drei Generationen im Nebenerwerb ihre Flächen immer unter dem Motto „Mit der Natur und für die Natur wirtschaften.“

Presse:
Herzogtum direkt – Betrieb Wolfgang Holz für Engagement für den Rotmilan geehrt (13.6.2018)
Lübecker Nachrichten Online – Koberger Betrieb hilft Rotmilanen (13.6.2018)

Revierförster Eckhard Kropla, Stadtwald Lübeck, Schleswig-Holstein

Revierförster Eckhard Kropla hat sich mit gezielten Kontrollen in seinem Revier um die Rotmilanvorkommen gekümmert. Das Bewirtschaftungskonzept folgt der naturnahen Waldnutzung, das „eine umfassende und zuverlässige Daseinsvorsorge für Pflanzen, Tiere und Menschen bewirken soll“. Als Multiplikator hat er im Umgang mit Mitarbeitern, Jagdpächtern und Holzwerbern einen positiven Einfluss zugunsten des Rotmilanschutzes.

Bouws Hof – Dr. Heidi & Wilfried Bouws, Niedersachsen

Der Biobetrieb mit Pferdezucht engagiert sich seit Jahren für die Belange des Naturschutzes und hat seine komplette Betriebsfläche den Agrarumweltmaßnahmen und damit dem Naturschutz gewidmet. Die Maßnahmen sind vorbildhaft im Betriebskonzept integriert. Dr. Heidi und Wilfried Bouws erzeugen Qualitätsheu aus mehrjährigem Feldfutter und sind damit ein gutes Vorbild für andere Pferdehalter in der Region. Sie bieten Hofbesuche und Führungen für Kindergärten an und sind bereit, anderen Berufskollegen bei Feldbegehungen Maßnahmen zu zeigen und von ihren Erfahrungen zu berichten.

Die Urkunde wurde im Rahmen des jährlichen Infoabends zu Agrarumweltmaßnahmen des Landschaftspflegeverbandes Landkreis Göttingen feierlich übergeben: Laudatio

Presse:
HNA Mündener Allgemeine – Ihr Einsatz hilft dem Milan (11.4.2018)
LAND & Forst 15/2018 – Landwirte setzen sich erfolgreich für den seltenen Rotmilan ein (12.4.2018)
HarzKurier – Ackerbau und Naturschutz (Online Kommentar 11.April 2018)
HarzKurier – Ackerland als Lebensraum für wilde Tiere (12.April 2018)

Heinrich Klingelhöfer, Niedersachsen

Heinrich Klingelhöfer ist mit seinem konventionellen Ackerbaubetrieb immer offen für Naturschutzbelange. Er hat 2008 im Landkreis Göttingen als erster mit der Rotmilanmaßnahme begonnen und ist maßgeblich an deren Entwicklung in Niedersachsen beteiligt (Erprobung von Luzerneanbau). Er bietet regelmäßige Feld- und Hof-Begehungen an, auch für Schulklassen. Im Bereich der konventionellen Ackerbaubetriebe besitzt Heinrich Klingelhöfer eine große Multiplikatorenwirkung.

Die Urkunde wurde im Rahmen des jährlichen Infoabends zu Agrarumweltmaßnahmen des Landschaftspflegeverbandes Landkreis Göttingen feierlich übergeben: Laudatio

Presse:
HNA Mündener Allgemeine – Ihr Einsatz hilft dem Milan (11.4.2018)
LAND & Forst 15/2018 – Landwirte setzen sich erfolgreich für den seltenen Rotmilan ein (12.4.2018) HarzKurier – Ackerbau und Naturschutz (Online Kommentar 11.April 2018)
HarzKurier – Ackerland als Lebensraum für wilde Tiere (12.April 2018)

Landwirtschaftsbetrieb Fleischhauer, Thüringen

Der Landwirtschaftsbetrieb Fleischhauer ist einer der wenigen Betriebe in Thüringen, der sich an der Agrarumweltmaßnahme zum Rotmilanschutz im Bundesland mit Flächen beteiligt und darüber hinaus freiwillige Maßnahmen zum Schutz des Greifvogels umsetzt.