Fachtagung Rotmilan – Land zum Leben am 18. und 19.9.2017

Vom 18. bis 19. September 2017 lädt das Projekt Rotmilan – Land zum Leben interessierte Menschen aus Naturschutz, Landwirtschaft sowie Verwaltung und Ministerien zu einer Fachtagung nach Weimar ein! Die Tagung steht unter dem Thema „Naturschutzberatung, praktische Maßnahmen und erste Monitoring-Ergebnisse“.

Hier finden Sie das Programm als pdf.

Der erste Veranstaltungstag steht im Zeichen der naturschutzfachlichen Beratung und Umsetzung praktischer Maßnahmen. Einige unserer Praxispartner berichten über ihre Arbeit in den Projektgebieten. Zudem stellt Maik Sommerhage von der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe die Maßnahmen zum Schutz des Rotmilans im EU-Vogelschutzgebiet Vogelsberg vor. Der Abend mit einem gemeinsamen Essen bietet den Teilnehmenden die Gelegenheit, sich auszutauschen.

Der zweite Veranstaltungstag widmet sich bis zum Mittag den wissenschaftlichen Ergebnissen aus dem Projekt, die erstmals vorgestellt werden. Am Nachmittag findet eine Exkursion in das Projektgebiet Mittelthüringen statt.


Die Tagung ist ausgebucht! 

Wenn Sie über die nächste Tagung informiert werden möchten, melden Sie sich gerne unter info@rotmilan.org.

 

Programm

Montag, 18.09.2017

12.30   Anmeldung

13.00   Begrüßung durch Dr. Jürgen Metzner, DVL

13.10   Grußwort von Dr. Hans-Jürgen Schäfer, Abteilungsleiter Naturschutz und Nachhaltigkeit, Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

13.20   Vorführung Film Rotmilan-Land zum Leben

13.30   Verleihung der Urkunde „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ durch Dr. Christiane Paulus, Leiterin Naturschutz, BMUB

13.45   Praktische Maßnahmen für eine rotmilanfreundliche Landwirtschaft – Uwe Lerch, DVL

14.30   Naturschutzfachliche Beratung und Umsetzung praktischer Maßnahmen am Bsp. einer großflächigen Agrarlandschaft in Thüringen – Jana Apel, LPV Mittelthüringen

15.00   Kaffeepause

15.30   Naturschutzfachliche Beratung und Umsetzung praktischer Maßnahmen am Bsp. eher kleinflächiger Agrarlandschaften in Niedersachsen – Ute Grothey, LPV Landkreis Göttingen

16.00   Naturschutzfachliche Beratung an den Grenzen des Verbreitungsgebietes des Rotmilans in Schleswig-Holstein – vom Pilotprogramm zur Agrarumweltmaßnahme – Christoph Gasse, Schrobach Stiftung

16:30  Schutzmaßnahmen im Offenland und Wald für den Rotmilan im EU-Vogelschutzgebiet Vogelsberg – Maik Sommerhage, NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe

17.00  Pause

17.15   Verbesserung der Bruthabitate für den Rotmilan im Offenland – Peter Solluntsch, LPV Nordwestsachsen

17:45   Schutz der Nestbäume des Rotmilans – Dr. Winfried Nachtigall, Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz

18.15   Pause

19.15   Vielfältige Einblicke in das turbulente Leben des Rotmilans – gesammelte Fotos und Videosequenzen aus dem Projekt Rotmilan – Land zum Leben

19.30   Gemeinsames Abendessen

 

Dienstag, 19.09.2017

9.00     Nahrungsangebot, Verfügbarkeit und Nutzung durch den Rotmilan – bisherige Monitoringergebnisse – Johanna Karthäuser & Jakob Katzenberger, DDA

9.30     Wie nutzen Rotmilane die Landschaft? Ergebnisse aus den Nahrungsanalysen und aus der Kombination von Kamera und Telemetriedaten – Dr. Eckhard Gottschalk, Universität Göttingen

10.00   Wie beeinflusst die landwirtschaftliche Nutzung die Bewegungsmuster von GPS-telemetrierten Rotmilanen? – Jakob Katzenberger, DDA

10.30   Kaffeepause

11.00   Abfahrt zur Exkursion ins Praxisgebiet Mittelthüringen

13:30   Rückkehr zum Hotel und Ende der Veranstaltung

 

Veranstaltungsort

Hotel Kaiserin Augusta
Carl-August-Allee 17
99423 Weimar
03643 2340
www.hotel-kaiserin-augusta.de

45 Einzelzimmer können unter dem Stichwort „Rotmilan“ bis zum 18.08.17 im Hotel Kaiserin August reserviert werden.
reservierung@hotel-kaiserinaugusta.de
65,00 € inkl. Frühstück

 

Teilnahmebeitrag

Die Tagung ist kostenlos. Lediglich die Kosten für Getränke beim Abendessen am 18.09.17 werden selbst getragen.

 

 

Neueste Ergebnisse aus dem Projekt Land zum Leben in DER FALKE

Regelmäßig berichtet DER FALKE über das Projekt Rotmilan – Land zum Leben, dessen Ziel es ist, das Nahrungsangebot für Rotmilane während der Brutzeit zu verbessern und bekannte Neststandorte vor Störungen zu schützen. Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) übernimmt die wissenschaftliche Arbeit und Evaluation im Projekt. Zahlreiche Wissenscha­ftlerinnen und Wissenscha­ftler sowie Fachleute aus Biologie und Naturschutz sind beteiligt, um die umfangreichen Untersuchungen in den Gebieten durchzuführen, damit folgende Fragen beantwortet werden können:

  • Unterscheidet sich das Nahrungsangebot auf Maßnahmenflächen von dem in der normalen Landschaft?
  • Suchen die Milane ihre Nahrung häufiger auf Maßnahmenflächen oder in der Umgebung?
  • Wie sieht das Nahrungsspektrum einzelner Rotmilane aus und reicht die Nahrung, um die Jungen satt zu kriegen?

 

In der aktuellen Ausgabe von DER FALKE sind die ersten Ergebnisse veröffentlicht:

Werden Sie Rotmilanpate

 

Die bisherigen Untersuchungen zur Nahrungsverfügbarkeit deuten darauf hin, dass
  • Vögel als potenzielle Rotmilanbeute auf den Maßnahmenflächen häufiger vorkamen als in der umgebenden Landscha­ft
  • Kleinsäuger auf Maßnahmen- und Kontrollflächen gleichermaßen häufig vorkamen
  • Rotmilane Flächen besonders während der Mahd nutzten, um dort die während der Bearbeitung getöteten Kleinsäuger aufzusammeln
  • Der Zeitpunkt der Mahd für die Nahrungsversorgung der Rotmilane von entscheidender Bedeutung ist

 

Die bisherigen Untersuchungen zur Habitatnutzung deuten darauf hin, dass
  • Kleinsäuger vor allem im Grünland, Vögel, Aas und Fleischreste vor allem in Siedlungen erbeutet wurden
  • Männchen und Weibchen eine kleinere Fläche nutzten, wenn dort ein höherer Anteil von Dörfern oder Grünland vorhanden war
  • Die besenderten Milane eine hohe und über die Jahre konstant bleibende Territorialität zeigten
  • Sowohl weibliche als auch männliche Rotmilane zur Nahrungssuche vor allem Grünland und Siedlungen nutzten, wobei mehr Männchen in die Siedlungen flogen als Weibchen

Save the date! Rotmilan-Fachtagung 18. / 19. September 2017

Vom 18. bis 19. September 2017 veranstaltet das Projekt Rotmilan – Land zum Leben eine Fachtagung und lädt alle Rotmilan-Interessierten sehr herzlich ein! Tagungsort ist das Hotel Kaiserin Augusta in Weimar.

Inhaltliche Themen sind die naturschutzfachliche Beratung und Umsetzung praktischer Maßnahmen zum Schutz des Rotmilans sowie erste Monitoringergebnisse hinsichtlich deren Wirksamkeit. Neben fachlichen Vorträgen wird es am zweiten Tag eine kleine Exkursion ins Projektgebiet im Weimarer Land geben.

Eine Einladung mit dem genauem Programm sowie Informationen zur Anmeldung wird in den nächsten Wochen folgen und hier bekannt gegeben.

Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer und eine interessante Tagung!

 

 

 

Rotmilan vor Windkraftanlage segelnd - © Christian Gelpke

Rotmilan TV Tip: Kielings wilde Welt – Die Letzten ihrer Art

Der bekannte  Tierfilmer Andreas Kieling begleitete die Vogelforscher Marion Gschweng und Peter Berthold bei der Besenderung von Rotmilanen. Über 50 Prozent der Weltpopulation leben in Deutschland, doch deutlich wird: die Greife benötigen weitaus mehr Platz, als die Betreiber von Windkraftanlagen ihnen zugestehen wollen. Die aktuellen Forschungsergebnisse über die Flugrouten der „Roten Drachen“ bestätigen dies. Das Dilemma des Rotmilans: Artenschutz steht in direktem Konflikt mit Umwelt- und Klimaschutz.

Die komplette Sendung „Kielings wilde Welt – Die Letzten ihrer Art“ ist noch für längere Zeit in der ZDF-Mediathek verfügbar. Der Beitrag zum Rotmilan startet ab Minute 34. Hier der Link, viel Spaß beim Schauen:  Terra X – „Kielings wilde Welt – Die Letzten ihrer Art“

Milane mit Flügelmarken gesucht!

Flügelmarkierungen stellen heute eine wertvolle Methode dar, um Informationen zum Aufenthalt von Vögeln im Jahresverlauf zu gewinnen. Seit einigen Jahren werden in Deutschland Rot- und Schwarzmilane mit Flügelmarken markiert, die spannende Erkenntnisse vom Aufenthalt im Winter über die Rückkehr in die Brutgebiete bis zu Ansiedlungen in neue Gebieten erbracht haben. Voraussetzung für solche Ergebnisse sind möglichst zahlreiche Ablesungen und Meldungen gesichteter Vögel im Jahresverlauf. So wurden Ablesungen beringter Überwinterer beispielsweise bislang nur aus Spanien gemeldet.

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) und der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) rufen dazu auf, gesichtete Rot- und Schwarzmilane mit Flügelmarken zu melden. Gewünscht ist die vollständige Ablesung und Meldung der Flügelmarke sowie die Bezeichnung des Beobachtungsortes. Letzterer kann gerne mit geographischen Koordinaten angegeben werden, doch auch Angaben mit räumlichem Bezug (z.B. Pappelreihe westlich Cochstedt) sind ansonsten hilfreich.

Bitte melden Sie Ihre Beobachtungen direkt an den jeweiligen Beringer. Vergleichen Sie dazu die abgelesene Flügelmarke mit der Übersicht der Verwendung von Flügelmarken an Rot- und Schwarzmilanen in Deutschland und ermitteln Sie so das Projekt, in dem der Vogel markiert wurde. Nachfolgend die Kontaktdaten der Ornithologen, die aktuell Rotmilane mit Flügelmarken markieren, sortiert nach den in der Übersicht genannten Regionen:


 
Region 1: Thomas Pfeiffer (thpfeiffer@gmx.net)

Region 2: Prof. Dr. Michael Stubbe (stubbe@zoologie.uni-halle.de)

Region 3: Christian Gelpke (panamagelpke@yahoo.de)

Region 4: Prof. Dr. Oliver Krüger (oliver.krueger@uni-bielefeld.de)

Region 5: Marika Schuchardt (m.schuchardt@lse-sternberg.de)

Region 6: Dr. Winfried Nachtigall (winfried.nachtigall@vogelschutzwarte-neschwitz.de)

Region 7: Robert Schönbrodt (grschoenbrodt@googlemail.com)

Greifvogelverfolgung mit EDGAR bekämpfen

Wir haben bereits mehrmals auf Horstzerstörungen von Rotmilanen aufmerksam gemacht. Andere Greifvögel werden ebenfalls immer wieder Opfer illegaler Verfolgung. Das Projekt EDGAR – Erfassungs- und Dokumentationsstelle Greifvogelverfolgung und Artenschutzkriminalität – wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums unterstützt. Mitarbeiter des Komitee gegen den Vogelmord dokumentieren alle bekannt gewordenen Fälle illegaler Greifvogelverfolgung in Deutschland, erstatten Strafanzeigen, beraten Finder, Zeugen und Behörden, bieten Vorträge an und recherchieren vor Ort.

Auf der Internetseite wird das Projekt vorgestellt und über den gesamten Themenkomplex informiert. Sie finden eine Übersicht über die gängigen Methoden illegaler Greifvogelverfolgung, Tipps, wie Greifvogelverfolgung zu erkennen ist und wie Geflügehalter und Taubenzüchter ihre Tiere vor Greifvögeln schützen können. Darüber hinaus  werden alle einschlägigen Gesetze zum Thema vorgestellt und Veröffentlichungen zum Download angeboten.

Ein zentraler Baustein dieser Seite ist das Meldeformular, mit dem Sie Ihnen bekannt gewordene Fälle von Greifvogelverfolgung melden können. Die Experten stehen bereit, um Sie zu beraten, bei der Erstattung von Strafanzeigen zu helfen und – wenn gewünscht oder nötig – vor Ort zu recherchieren.

 

Foto: Kommittee gegen den Vogelmord e.V.

Infoabend für Landwirte in Gieboldehausen

Agrarumweltmaßnahmen auf dem Acker: Rotmilan, Blühstreifen & Stoppelbrache (neu!)

Mit Blick auf die diesjährige Antragsphase für Agrarumweltmaßnahmen (AUM) bis Mitte Mai lädt der Landschaftspflegeverband Landkreis Göttingen e.V. Sie herzlich zu einem Informationsabend ein
 

am Donnerstag, den 30. März 2017 ab 19:30 Uhr
im Hof-Café am Pfarrhaus, Mittelstraße 3 in 37434 Gieboldehausen

 
Im Vordergrund stehen die bereits bekannten freiwilligen Maßnahmen für den Rotmilan (mehrjähriger Ackerfutterbau) und Blühstreifen (auch in Kombination mit Greening).
Zusätzlich wird die neue Maßnahme „Stoppelbrache für Tierarten der Agrarlandschaft“ (BS10) vorgestellt! Neben Antragsmodalitäten und spezifischen Bewirtschaftungsbedingungen werden die naturschutzfachlichen Hintergründe erläutert sowie konkrete Tipps zur praktischen Umsetzung geben. Um die bereits zahlreichen in der Region gesammelten Erfahrungswerte austauschen zu können, sind vor allem auch die Landwirte willkommen, die bereits an Maßnahmen teilnehmen!