Rotmilan © piclease/E. Thielscher

Aktuelles aus der Rotmilanforschung in Deutschland

Der ausschließlich in Europa vorkommende Rotmilan hat seinen wichtigsten Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland. Etwa die Hälfte der weltweiten Population brütet hierzulande, weshalb wir für den Schutz der Art eine besonders große Verantwortung tragen. Die besondere Schutzwürdigkeit rückt den Rotmilan schon lange in den Mittelpunkt von Planungspraxis und Naturschutz. In Deutschland, der Schweiz und Österreich beschäftigen sich daher viele Arbeitsgruppen, Naturschutzverbände, Institutionen und Privatpersonen mit dem Rotmilan und erarbeiten, meist auf regionaler Ebene, neue Erkenntnisse über die Biologie und Ökologie dieser charakteristischen Greifvogelart.

Wie vielfältig die Rotmilan-Forschung in Deutschland ist, macht die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift DIE VOGELWELT deutlich. Ein Themenheft zum Rotmilan stellt viele der momentan laufenden Forschungsarbeiten vor, u.a. die Evaluation der Maßnahmen zur Verbesserung des Nahrungsangebotes für den Rotmilan in intensiv genutzten Agrarlandschaften, die der Dachverband Deutscher Avifaunisten im Projekt Rotmilan – Land zum Leben durchgeführt hat.

Kurzportraits der einzelnen Artikel mit den wichtigsten Ergebnissen finden Sie von uns zusammengefasst in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift DER FALKE.

Das Themenheft Rotmilan der Zeitschrift DIE VOGELWELT können Sie bestellen unter:

AULA-Verlag GmbH
Redaktion Vogelwelt
Industriepark 3
56291 Wiebelsheim
vogelwelt@aula-verlag.de
www.vogelwelt.com

 

Abschlusstagung Rotmilan – Land zum Leben am 22. Oktober 2019 in Berlin

Am 22. Oktober lädt das Projekt Rotmilan – Land zum Leben interessierte Menschen aus Naturschutz, Landwirtschaft sowie Verwaltung und Ministerien zu seiner Abschlussveranstaltung nach Berlin ein!

Nach sechs Projektjahren werden die Ergebnisse und Erfahrungen sowie daraus resultierende Empfehlungen an die Agrarpolitik vorgestellt. Das Projekt Rotmilan – Land zum Leben ist ein bundesweites Vorhaben zum Erhalt des Rotmilans und zur Verbesserung seiner Lebensbedingungen, das seit 2013 und noch bis März 2020 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt läuft.

Hier finden Sie das Programm als pdf.

Kerninhalt des Projekts sind die naturschutzfachliche Beratung und intensive Zusammenarbeit mit der Land- und Forstwirtschaft, um die Nahrungsverfügbarkeit insbesondere während der Phase der Jungenaufzucht für den Rotmilan auf landwirtschaftlichen Flächen und die Brutbedingungen in Wäldern und Gehölzen zu verbessern.

In neun Regionen in sieben Bundesländern wurden Schutzmaßnahmen in erster Linie auf Grundlage von bestehenden Agrarumwelt- und Greeningmaßnahmen umgesetzt. Ob die umgesetzten Maßnahmen erfolgreich sind und die Nahrungsverfügbarkeit für den Rotmilan verbessern, hat der Dachverband Deutscher Avifaunisten im Projekt untersucht. Zusätzlich wurde die Beratung der Landnutzenden vom Thünen-Institut für Ländliche Räume evaluiert.

Anmeldung

Es gibt noch wenige Plätze, bitte melden Sie sich bis zum 16. Oktober 2019 unter https://www.lpv.de/veranstaltungen/anmeldung.html an.

Teilnahmebeitrag

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, sie werden nach Eingang der Anmeldung vergeben.

Veranstaltungsort

VKU Forum
Invalidenstraße 91
10115 Berlin
E-Mail: info@vku-forum.de
Tel: 030 58580-580

Anreise und Übernachtung

Auf der folgenden Seite finden Sie einen Hinweis zu vergünstigten Bahntickets, einen Anfahrtsplan sowie eine Liste mit Hotels in der Umgebung des VKU Forums: http://vku-forum.de/lage-kontakt/

 

Wir freuen uns auf eine interessante Abschlussveranstaltung und Ihre Teilnahme!

Rotmilan-Wanderausstellung im Naturparkzentrum Hoher Fläming

Am 3. Juli 2019 wurde die Rotmilan-Wanderausstellung im Naturparkzentrum Hoher Fläming feierlich vom Ersten Vorsitzenden des Naturparkvereins, Bernd Schade, eröffnet. Nach fachlichen Vorträgen vom Naturparkleiter Steffen Bohl und der Biologin Svenja Ganteför von der Deutschen Wildtier Stiftung, folgte eine angeregte Diskussion über die Situation des Rotmilans in Brandenburg.

Die interaktive Wanderausstellung stellt die Biologie und Gefährdung des Rotmilans dar und erklärt, wie im Verbundprojekt Rotmilan – Land zum Leben zusammen mit der Land- und Forstwirtschaft die Landnutzung so gestaltet wird, damit der Rotmilan ausreichend Nahrung und Lebensraum findet.

Die Ausstellung wird durch brillante Naturfotografien von Wolfgang Ewert und Dieter Damschen ergänzt und dank einer besonderen Leihgabe des Naturkundemuseums Potsdam fliegt ein Rotmilan-Präparat von Christian Blumenstein über den Köpfen der Besucher.

Bis zum 25. August ist die Ausstellung im Naturparkzentrum Hoher Fläming, Brennereiweg 45 in 14823 Rabenstein/Fläming zu sehen und täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Am Freitag, den 23. August, wird ab 19.00 Uhr in einer Finnisage der Film „Das Jahr des Rotmilans“ von Robin Jähne gezeigt. Für die Teilnahme wird unter info@flaeming.net oder 033848 60004 um Voranmeldung gebeten.

 

Presse:
Märkische Allgemeine – Sonderschau für Rotmilan im Naturparkzentrum (1.7.2019)

 

© Heiko Bansen

© Steffen Bohl

 

© Heiko Bansen

© Heiko Bansen

 

 

 

Nächsten Sonntag: Rotmilan – Land zum Leben beim Tag der offenen Tür im DLR

Am Sonntag, den 16. Juni 2019 öffnet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn seine Türen und lädt herzlich ein, einen Blick hinter die Kulissen der drei Einrichtungen DLR Projektträger, Raumfahrtmanagement und Projektträger Luftfahrtforschung zu werfen.

Rotmilan – Land zum Leben wird als Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom DLR Projektträger verwaltet und ist mit einem Stand vertreten.

Kommt vorbei, um die Welt des faszinierenden Greifvogels und die Arbeit im Projekt kennen zu lernen und testet euer Wissen beim Quiz „Wer wird Milanionär?“!

Wo: Heinrich-Konen-Str. 5 in 53227 Bonn-Oberkassel
Wann: Sonntag, 16. Juni 2019, 10:00 – 17:00 Uhr
Eintritt: frei

Mehr Infos unter: https://event.dlr.de/event/tag-der-offenen-tuer-am-dlr-standort-bonn/

Infoabend zu Agrarumweltmaßnahmen in Niedersachsen auf Grünland

Mit Blick auf die diesjährige Antragsphase für Agrarumweltmaßnahmen (AUM) bis Mitte Mai veranstaltet der Landschaftspflegeverband Landkreis Göttingen e.V. (LPV) seinen letzten Informationsabend für Landwirte zu Agrarumweltmaßnahmen in Niedersachsen auf Grünland am

Montag, den 29. April 2019 ab 20 Uhr im Landgasthaus Fricke,

Mittelstr. 13 in 37120 Bovenden – Lenglern

 

Um mehr Vielfalt in die Agrarlandschaften zu bringen und Lebensräume für Insekten und Vögel zu verbessern, bietet das Land Niedersachsen eine ganze Palette von sogenannten Agrarumweltmaßnahmen an, an denen Landwirte freiwillig teilnehmen können. Mit seinen alljährlichen Informationsabenden will der Landschaftspflegeverband mehr Durchblick in den Förderdschungel bringen und begleitet die Landwirte auch bei der anschließenden Umsetzung. Durch die zentrale Lage der diesjährigen Veranstaltung sollen interessierte landwirtschaftliche Betriebe aus dem gesamten Landkreisgebiet erreicht werden.

Bei der Infoveranstaltung werden regional bedeutsame AUM auf Grünlandflächen ausführlich vorgestellt, die auch in 2019 wieder neu beantragt werden können. Etliche Möglichkeiten von verschiedenen Blühstreifenvarianten und speziellen Maßnahmen für den Rotmilan bis hin zur naturschutzgerechten Bewirtschaftung von artenreichem Grünland werden beleuchtet. Neben Informationen zu den Antragsmodalitäten und den jeweiligen Bewirtschaftungsbedingungen wird es auch Einblicke in die naturschutzfachlichen Hintergründe geben.

„Erfahrungsgemäß hat jeder landwirtschaftliche Betrieb geeignete Flächen, die für solche Maßnahmen in Frage kommen – oft entscheidend ist das Gewusst-wie und dabei wollen wir die landwirtschaftlichen Betriebe gerne unterstützen“, erläutert Agraringenieurin Ute Grothey, die beim LPV maßgeblich für die Naturschutzberatung verantwortlich ist.

 

 

Frühlingsbote Rotmilan – Wissenschaftler bestätigen: Dörfer gehören für den Greifvogel häufig zu seinem „Land zum Leben“

Hamburg, 4. April 2019. Auf dem Land heißt es: „Ist der Rotmilan gelandet, kommt der Frühling“. Denn sobald die Temperaturen steigen und die ersten Frühblüher aufgehen, zieht es den Greifvogel aus seinem Winterquartier im Süden Europas in seine angestammten Brutreviere in Deutschland. Anfang April legen die rotbraunen Frühlingsboten mit den tief gegabelten Stoßfedern zwei bis drei Eier ins Nest und beginnen mit der Brut. „Rotmilane sind eigentlich in offenen Landschaften heimisch und suchen ihre Beute vor allem auf Wiesen und Feldern“ sagt Svenja Ganteför von der Deutschen Wildtier Stiftung. Häufig fliegen die Greifvögel zur Nahrungssuche aber auch in die Dörfer. Das zeigen Ergebnisse des bundesweiten Schutzprojektes Rotmilan – Land zum Leben.

Im Rahmen des Projekts wurde die Lebensraumnutzung von über dreißig Rotmilanen in Sachsen, Thüringen und Niedersachsen untersucht. „Die Vögel wurden mit solarbetriebenen Sendern versehen, die wie ein kleiner Rucksack auf ihrem Rücken sitzen“, erläutert Jakob Katzenberger vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), der im Projekt für die wissenschaftliche Evaluation zuständig ist. Die wenige Gramm leichten Daten-Rucksäcke speichern in regelmäßigen Abständen die genaue Position der Vögel und ermöglichen den Forschern so rund um die Uhr genaue Einblicke in das Leben der Milane. Die Ergebnisse zeigen, dass zahlreiche besenderte Rotmilane zur Nahrungssuche dörfliche Siedlungen aufsuchen. Und damit nicht genug: „Je höher der Anteil dörflicher Siedlungsfläche im Nestumfeld einzelner Milane ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Brut“, so Katzenberger. Damit bestätigen die Telemetrie-Daten nun, was die Auswertung von über 400 erfolgreichen Bruten des Rotmilans bereits vermuten ließ.

Leicht zugängliche menschliche Abfälle, z. B. Komposthaufen, machen Siedlungen für den Allesfresser Rotmilan attraktiv. „Aus Videoaufnahmen mit Nestkameras wissen wir aber auch, dass er in Siedlungen ebenfalls häufig Singvögel erbeutet“, erklärt Katzenberger. Bei Rotmilanen, die im Grünland ihre Nahrung suchen, dominieren dagegen Kleinsäuger wie Mäuse oder Junghasen das Beutespektrum. Das Vorhandensein von Grünland hat daher ebenfalls einen stark positiven Einfluss auf den Bruterfolg. Dass Rotmilane auf der Suche nach Fressbarem zunehmend in Dörfer kommen, kann auch mit der immer intensiver genutzten Feldflur zusammenhängen. „Die Intensivierung der Landwirtschaft macht den Greifvögeln zu schaffen“, sagt Svenja Ganteför von der Deutschen Wildtier Stiftung und ergänzt: „Mittlerweile gelangen viele Wildtiere in Gärten und auf Müllkippen anscheinend leichter an Nahrung als in der Agrarlandschaft“.

Infoabend zu Agrarumweltmaßnahmen in Niedersachsen auf Acker und Grünland

Mit Blick auf die diesjährige Antragsphase für Agrarumweltmaßnahmen (AUM) bis Mitte Mai veranstaltet der Landschaftspflegeverband Landkreis Göttingen e.V. (LPV) seinen traditionellen Informationsabend für Landwirte in diesem Jahr am

Donnerstag, den 28. März 2019 ab 19.30 Uhr im Hof-Café am Pfarrhaus,

Mittelstr. 3 in 37434 Gieboldehausen

 

Um mehr Vielfalt in die Agrarlandschaften zu bringen und Lebensräume für Insekten und Vögel zu verbessern, bietet das Land Niedersachsen eine ganze Palette von sogenannten Agrarumweltmaßnahmen an, an denen Landwirte freiwillig teilnehmen können. Mit seinen alljährlichen Informationsabenden will der Landschaftspflegeverband mehr Durchblick in den Förderdschungel bringen und begleitet die Landwirte auch bei der anschließenden Umsetzung. Durch die zentrale Lage der diesjährigen Veranstaltung sollen interessierte landwirtschaftliche Betriebe aus dem gesamten Landkreisgebiet erreicht werden.

Bei der Infoveranstaltung werden regional bedeutsame AUM auf Acker- und Grünlandflächen ausführlich vorgestellt, die auch in 2019 wieder neu beantragt werden können. Etliche Möglichkeiten von verschiedenen Blühstreifenvarianten und speziellen Maßnahmen für den Rotmilan bis hin zur naturschutzgerechten Bewirtschaftung von artenreichem Grünland werden beleuchtet. Neben Informationen zu den Antragsmodalitäten und den jeweiligen Bewirtschaftungsbedingungen wird es auch Einblicke in die naturschutzfachlichen Hintergründe geben. „Erfahrungsgemäß hat jeder landwirtschaftliche Betrieb geeignete Flächen, die für solche Maßnahmen in Frage kommen – oft entscheidend ist das Gewusst-wie und dabei wollen wir die landwirtschaftlichen Betriebe gerne unterstützen“, erläutert Agraringenieurin Ute Grothey, die beim LPV maßgeblich für die Naturschutzberatung verantwortlich ist.

Schon mal vormerken:
Am Montag, den 29. April 2019 ab 20 Uhr im Landgasthaus Fricke, Mittelstr. 13 in 37120 Bovenden – Lenglern findet ein zweiter Infoabend zu AUM auf Grünland statt.