Wissenschaft und Forschung

Bruterfolg und Nahrungsanalyse

Die Abteilung Naturschutzbiologie der Georg-August Universität Göttingen unterstützt das Projekt Land zum Leben mit wissenschaftlichen Untersuchungen und deren Auswertungen zu Bruterfolg und Nahrungsbestandteilen. Grundlage der Arbeiten ist das gemeinsame Rotmilanprojekt der Abteilung Naturschutzbiologie und der Biologischen Schutzgemeinschaft zu Göttingen e.V. Das Projekt wird zusätzlich in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Landschaftspflegeverband Göttingen und der Staatlichen Vogelschutzwarte Niedersachsen durchgeführt.

Unter der Leitung von Dr. Eckhard Gottschalk werden mit modernster Technik die Nahrung sowie das Brutverhalten des Rotmilans untersucht. An ausgewählten Nestern werden Videokameras installiert, mit Hilfe derer die Nahrung der Jungvögel, Brutverhalten und Aufzuchterfolg der Rotmilane aufgezeichnet werden. Die brütenden Rotmilane werden durch die Kameras in keinster Weise beeinträchtigt. Das Untersuchungsgebiet befindet sich im Raum Göttingen. Dort haben die Rotmilane relativ hohe Brutverluste (48 von 97 Bruten wurden in den letzten Jahren aufgegeben).

Die Untersuchungen sollen klären, ob der Milanbestand trotzdem stabil ist und was die Ursachen für die Brutaufgaben sind. In Jahren mit geringer Wühlmausdichte werden vor allem Dreier-Bruten von Rotmilanen schlechter versorgt, als in Jahren mit ausreichend Nahrung. Zur Zeit des höchsten Nahrungsbedarfs im Mai und Juni stehen Raps und Getreide üblicherweise so hoch, dass solche Felder – und damit ein großer Teil der Landschaft – für die Nahrungssuche ausfällt. Seit 2009 wurden an 18 Rotmilannestern Kameras installiert.

Prädation

Weiterhin wird die Prädation als Verlustursache von Bruten untersucht. Dazu sind an bislang 56 Horstbäumen Fotofallen installiert worden, um kletternde Prädatoren unten am Brutbaum zu dokumentieren. Prädation macht einen hohen Anteil an den Brutverlusten aus. Fast 30% der jungen Milane wurden im Untersuchungszeitraum seit 2009 von Habichten geschlagen. Andere Bruten wurden durch kletternde Waschbären und Marder zerstört (21 % der Brutaufgaben). Im Rahmen von Land zum Leben untersuchen die Göttinger Forscher weiterhin die Nahrungsressourcen und die Nutzung der Landschaft der Rotmilane. Insbesondere stehen die im Raum Göttingen im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen eingerichteten 600 Hektar Mahdflächen für den Rotmilan im Fokus der Untersuchungen.