Wissenschaft und Forschung

Um den Effekt der umgesetzten Schutzmaßnahmen einschätzen und beurteilen zu können, werden Parameter wie Nahrungsverfügbarkeit, Nutzung der Maßnahmenflächen zur Nahrungssuche, der Bruterfolg und der Bestandsentwicklung in den Projektgebieten gemessen und bewertet

Unter der Leitung des Dachverbands Deutscher Avifaunisten werden die Forschungsarbeiten von der Universität Göttingen und Naturschutzverbänden gemeinsam mit den Praxispartnern vor Ort durchgeführt. Ziel ist die Beantwortung von Fragen wie: verbessert sich das Nahrungsangebot auf den rotmilanfreundlich bewirtschafteten Äckern und können die Milane dieses auch nutzen? Sind die Maßnahmen geeignet, den Bruterfolg zu erhöhen? Können sie den Bestandsrückgang stoppen und den Erhaltungszustand langfristig sichern? Die gewonnenen Erfahrungen und Ergebnisse werden für Empfehlungen in der Agrarpolitik verwendet.

Neben klassischen Bestandserfassungen werden auch neueste Techniken eingesetzt, wie zum Beispiel Nestkameras zur Nahrungsanalyse und Telemetrie für Untersuchungen zur Raumnutzung. Der DDA bringt neben seinem fachlichen Wissen auch zahlreiche eigene Daten zum Vergleich der im Projekt erzielten Ergebnisse ein.

Zudem führt das Johann Heinrich von Thünen-Institut eine Evaluierung der Beratung durch. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Schaffung von Akzeptanz bei den Landnutzenden. Durch die gewonnenen Ergebnisse kann die Beratung weiter verbessert werden.

Erfassung des Bestands und Bruterfolgs

Werden mehr junge Rotmilane flügge und nimmt der Bestand in den Projektregionen zu? Um diese Fragen beantworten zu können, werden auf Kontrollflächen in den neun Projektregionen alljährlich der Bestand und Bruterfolg erfasst.

Nahrungsanalyse durch Flächenbeobachtungen, Telemetrie und Nestkameras

Bieten die landwirtschaftlichen Flächen, die im Rahmen des Projektes extensiv bewirtschaftet werden, mehr Nahrung und nutzen Rotmilane diese Flächen zur Nahrungssuche? Um diese Fragen zu beantworten, werden Mäuse und andere Kleinsäuger auf Flächen mit und ohne angepasster Bewirtschaftung mit Lebenfallen gefangen und gezählt und es wird beobachtet, wie häufig und lang Rotmilane im Vergleich zur Umgebung über den Maßnahmeflächen verweilen.

Mit Sendern versehene Tiere ermöglichen eine exakte Ortung während der gesamten Brutzeit. So kann verfolgt werden, wann und wo sie Nahrung suchen und ob sie dafür Maßnahmenflächen anfliegen.

Durch den Einsatz von Kameras am Nest wird herausgefunden, welche Nahrung an die Jungen verfüttert wird. So kann nicht nur die Menge des eingetragenen Futters bestimmt werden, sondern auch, ob die Jungvögel gut genährt sind, wie sie sich entwickeln und welche Fressfeinde sie haben.