Lebensräume des Rotmilans

Eine abwechslungsreiche Agrarlandschaft mit einem Wechsel aus Feldern und Gehölzen ist ideal für den Rotmilan. Hier findet er Nahrung und Möglichkeiten zu brüten. © Marcus Berner

Rotmilan Lebensraum

Sommerlebensräume

Rotmilane mögen strukturreiche Lebensräume mit einem häufigen Wechsel aus Wald und Offenlandschaft. Strukturen können zum Beispiel Hecken, Gehölze und Feldränder sein, kurz alles, was eine Landschaft abwechslungsreich macht.

Sein Nest baut der Rotmilan gern in Baumreihen oder an Waldrändern, um von dort aus leichter in seine Nahrungsgebiete zu gelangen. Er jagt bevorzugt auf Wiesen, Weiden und Feldern, aber auch über fischreichen Seen, auf Mülldeponien und häufig an Straßen auf der Suche nach Aas. Seine Jagdgebiete zeichnen sich durch weiträumige Freiflächen aus, damit er Mäuse und andere Kleinsäuger schon von weitem gut erkennen und sie aus dem Flug heraus leicht erreichen kann. Besonders wichtig ist allerdings, dass er seine Beute überhaupt entdecken kann – dafür braucht er Sicht bis auf den Boden. Ist sein Lebensraum geprägt von intensiver Landwirtschaft, so stehen Feldfrüchte wie Getreide, Mais oder Raps aber oft so dicht, dass ihm der Blick auf sein Beutetier versperrt bleibt. Besonders zur Brutzeit kann dies negative Folgen für den Nachwuchs haben. Analysen zeigen, dass der Bruterfolg, also das erfolgreiche Großziehen von Jungvögeln immer weiter zurückgeht.

Winterlebensräume

Rotmilane überwintern in Südeuropa, vor allem in Spanien, Südfrankreich und Portugal. Ihre Anforderungen an die dortigen Lebensräume sind ähnlich denen ihrer Sommerlebensräume: strukturreiche Landschaften, die ausreichend Jagdflächen und Bäume für die gemeinsame Nachtruhe bieten. Eine Besonderheit Spaniens sind die so genannten Schindangern (Muladares), auf denen Tierabfälle entsorgt werden – eine Nahrungsquelle für Geier und überwinternde Rotmilane.