Intensive Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten immer intensiver geworden. Es bleibt kaum noch Raum für Brachen, Feldränder oder Hecken und damit Lebensraum und Nahrung für Wildtiere. © Peer Cyriacks

Getreidefeld © Peer Cyriacks

Unsere Landwirtschaft hat sich geändert

Rotmilane sind Bewohner der offenen Feldflur und sind gut an diesen Lebensraum angepasst, da sie auf Äckern, Wiesen und Weiden ihre Beutetiere finden. Entscheidend ist dabei, dass die Beutetiere für Rotmilane erreichbar bleiben. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Landwirtschaft allerdings gewandelt. Hohe Düngergaben, der Einsatz von Chemie gegen Beikräuter und Nagetiere sowie technischer Fortschritt bewirken, dass die Kulturen bereits im Frühjahr dicht und schnell aufwachsen. Zur Zeit der Jungenaufzucht ist der Nahrungsbedarf aber
besonders hoch. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Nahrungsmangel zur Brutzeit einer der Hauptgründe für den Rückgang des Rotmilanbestands in Deutschland ist. Ein weiteres Problem ist der Verlust der Anbauvielfalt. Ganze Landstriche bestehen heute oft nur noch aus ein oder zwei Kulturen. Bei der Suche nach Nahrung treffen Rotmilane somit auf einen dichten Teppich aus Getreide oder Raps, in dem die sie die Beute schlichtweg nicht sehen und erbeuten können.

Oft werden auf Getreidefeldern, in denen die Kleinsäuger noch vorkommen, zudem Rodentizide eingesetzt – das sind chemische Mittel zur Bekämpfung von Nagetieren. Damit soll verhindert werden, dass sich die Kleinsäuger ungehindert vermehren und beträchtliche Mengen des Getreides vor der Ernte wegfressen. Dies hat zur Folge, dass Beutetiere knapper werden. Mitunter nehmen Greifvögel mit der Beute auch das Gift auf, an dem auch sie sterben können.

Zwischen den dicht stehenden Rapspflanzen fällt der Blick auf den Boden für Greifvögel schwer, Beutetiere sind nicht zu entdecken. Obwohl sie schön aussehen, sind solche Flächen für den Rotmilan wertlos. © Christian Gelpke

Rapsfeld © Christian Gelpke