Save the date! Rotmilan-Fachtagung 18. / 19. September 2017

Vom 18. bis 19. September 2017 veranstaltet das Projekt Rotmilan – Land zum Leben eine Fachtagung und lädt alle Rotmilan-Interessierten sehr herzlich ein! Tagungsort ist das Hotel Kaiserin Augusta in Weimar.

Inhaltliche Themen sind die naturschutzfachliche Beratung und Umsetzung praktischer Maßnahmen zum Schutz des Rotmilans sowie erste Monitoringergebnisse hinsichtlich deren Wirksamkeit. Neben fachlichen Vorträgen wird es am zweiten Tag eine kleine Exkursion ins Projektgebiet im Weimarer Land geben.

Eine Einladung mit dem genauem Programm sowie Informationen zur Anmeldung wird in den nächsten Wochen folgen und hier bekannt gegeben.

Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer und eine interessante Tagung!

 

 

 

Rotmilan vor Windkraftanlage segelnd - © Christian Gelpke

Rotmilan TV Tip: Kielings wilde Welt – Die Letzten ihrer Art

Der bekannte  Tierfilmer Andreas Kieling begleitete die Vogelforscher Marion Gschweng und Peter Berthold bei der Besenderung von Rotmilanen. Über 50 Prozent der Weltpopulation leben in Deutschland, doch deutlich wird: die Greife benötigen weitaus mehr Platz, als die Betreiber von Windkraftanlagen ihnen zugestehen wollen. Die aktuellen Forschungsergebnisse über die Flugrouten der „Roten Drachen“ bestätigen dies. Das Dilemma des Rotmilans: Artenschutz steht in direktem Konflikt mit Umwelt- und Klimaschutz.

Die komplette Sendung „Kielings wilde Welt – Die Letzten ihrer Art“ ist noch für längere Zeit in der ZDF-Mediathek verfügbar. Der Beitrag zum Rotmilan startet ab Minute 34. Hier der Link, viel Spaß beim Schauen:  Terra X – „Kielings wilde Welt – Die Letzten ihrer Art“

Milane mit Flügelmarken gesucht!

Flügelmarkierungen stellen heute eine wertvolle Methode dar, um Informationen zum Aufenthalt von Vögeln im Jahresverlauf zu gewinnen. Seit einigen Jahren werden in Deutschland Rot- und Schwarzmilane mit Flügelmarken markiert, die spannende Erkenntnisse vom Aufenthalt im Winter über die Rückkehr in die Brutgebiete bis zu Ansiedlungen in neue Gebieten erbracht haben. Voraussetzung für solche Ergebnisse sind möglichst zahlreiche Ablesungen und Meldungen gesichteter Vögel im Jahresverlauf. So wurden Ablesungen beringter Überwinterer beispielsweise bislang nur aus Spanien gemeldet.

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) und der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) rufen dazu auf, gesichtete Rot- und Schwarzmilane mit Flügelmarken zu melden. Gewünscht ist die vollständige Ablesung und Meldung der Flügelmarke sowie die Bezeichnung des Beobachtungsortes. Letzterer kann gerne mit geographischen Koordinaten angegeben werden, doch auch Angaben mit räumlichem Bezug (z.B. Pappelreihe westlich Cochstedt) sind ansonsten hilfreich.

Bitte melden Sie Ihre Beobachtungen direkt an den jeweiligen Beringer. Vergleichen Sie dazu die abgelesene Flügelmarke mit der Übersicht der Verwendung von Flügelmarken an Rot- und Schwarzmilanen in Deutschland und ermitteln Sie so das Projekt, in dem der Vogel markiert wurde. Nachfolgend die Kontaktdaten der Ornithologen, die aktuell Rotmilane mit Flügelmarken markieren, sortiert nach den in der Übersicht genannten Regionen:


 
Region 1: Thomas Pfeiffer (thpfeiffer@gmx.net)

Region 2: Prof. Dr. Michael Stubbe (stubbe@zoologie.uni-halle.de)

Region 3: Christian Gelpke (panamagelpke@yahoo.de)

Region 4: Prof. Dr. Oliver Krüger (oliver.krueger@uni-bielefeld.de)

Region 5: Marika Schuchardt (m.schuchardt@lse-sternberg.de)

Region 6: Dr. Winfried Nachtigall (winfried.nachtigall@vogelschutzwarte-neschwitz.de)

Region 7: Robert Schönbrodt (grschoenbrodt@googlemail.com)

Greifvogelverfolgung mit EDGAR bekämpfen

Wir haben bereits mehrmals auf Horstzerstörungen von Rotmilanen aufmerksam gemacht. Andere Greifvögel werden ebenfalls immer wieder Opfer illegaler Verfolgung. Das Projekt EDGAR – Erfassungs- und Dokumentationsstelle Greifvogelverfolgung und Artenschutzkriminalität – wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums unterstützt. Mitarbeiter des Komitee gegen den Vogelmord dokumentieren alle bekannt gewordenen Fälle illegaler Greifvogelverfolgung in Deutschland, erstatten Strafanzeigen, beraten Finder, Zeugen und Behörden, bieten Vorträge an und recherchieren vor Ort.

Auf der Internetseite wird das Projekt vorgestellt und über den gesamten Themenkomplex informiert. Sie finden eine Übersicht über die gängigen Methoden illegaler Greifvogelverfolgung, Tipps, wie Greifvogelverfolgung zu erkennen ist und wie Geflügehalter und Taubenzüchter ihre Tiere vor Greifvögeln schützen können. Darüber hinaus  werden alle einschlägigen Gesetze zum Thema vorgestellt und Veröffentlichungen zum Download angeboten.

Ein zentraler Baustein dieser Seite ist das Meldeformular, mit dem Sie Ihnen bekannt gewordene Fälle von Greifvogelverfolgung melden können. Die Experten stehen bereit, um Sie zu beraten, bei der Erstattung von Strafanzeigen zu helfen und – wenn gewünscht oder nötig – vor Ort zu recherchieren.

 

Foto: Kommittee gegen den Vogelmord e.V.

Infoabend für Landwirte in Gieboldehausen

Agrarumweltmaßnahmen auf dem Acker: Rotmilan, Blühstreifen & Stoppelbrache (neu!)

Mit Blick auf die diesjährige Antragsphase für Agrarumweltmaßnahmen (AUM) bis Mitte Mai lädt der Landschaftspflegeverband Landkreis Göttingen e.V. Sie herzlich zu einem Informationsabend ein
 

am Donnerstag, den 30. März 2017 ab 19:30 Uhr
im Hof-Café am Pfarrhaus, Mittelstraße 3 in 37434 Gieboldehausen

 
Im Vordergrund stehen die bereits bekannten freiwilligen Maßnahmen für den Rotmilan (mehrjähriger Ackerfutterbau) und Blühstreifen (auch in Kombination mit Greening).
Zusätzlich wird die neue Maßnahme „Stoppelbrache für Tierarten der Agrarlandschaft“ (BS10) vorgestellt! Neben Antragsmodalitäten und spezifischen Bewirtschaftungsbedingungen werden die naturschutzfachlichen Hintergründe erläutert sowie konkrete Tipps zur praktischen Umsetzung geben. Um die bereits zahlreichen in der Region gesammelten Erfahrungswerte austauschen zu können, sind vor allem auch die Landwirte willkommen, die bereits an Maßnahmen teilnehmen!

 

Rotmilane kehren ins Bergische Land zurück

Kölnische Rundschau: Oberberg / Wipperfürth, 24.03.2017.

Pünktlich zum Frühlingsbeginn sind die meisten Rotmilane aus ihren Winterquartieren in Spanien und Südfrankreich zurückgekehrt, um bei uns in die Brutsaison zu starten. Auch im Bergischen Land haben unsere Projektpartner Florian Schöllnhammer und Frank Herhaus bereits alte Bekannte gesehen und bitten um die Meldung von Rotmilansichtungen in der Region. 

Im Rahmen des Projekts Rotmilan – Land zum Leben erfassen sie den Bestand und kontrollieren den Bruterfolg in Wipperfürth, Lindlar und Kürten. Man vermutet, dass an Wupper, Sülz und Lennefe weit mehr Rotmilane leben als bislang geschätzt. Das Bergische Land biete dem Rotmilan einen hervorragenden Lebensraum: Kleine Wäldchen, viele offene Weiden und wenig Verkehr sind ideale Brut- und Jagdgebiete.

Kontakt:
Hinweise auf Nistplätze und Vorkommen von Rotmilanen in der Region nimmt Florian Schöllnhammer von der Biologischen Station Oberberg unter der Telefonnummer 0151-70417589 entgegen.

 

Volles Haus beim Tag des Rotmilans in der Auwaldstation Leipzig

Der Saal war brechend voll, als Land zum Leben-Projektmitarbeiter Peter Solluntsch  den Rotmilan und all seine Besonderheiten in einem ca. 45-minütigen Vortrag präsentierte. Danach gab es den preisgekrönten Film „Im Jahr des Rotmilans“ zu bewundern. Der Thementag der Auwaldstation, der von unserer Wanderausstellung begleitet wurde, war ein voller Erfolg, worüber wir uns sehr freuen. Den Abschlus bildetet eine Exkursion in Freie, Ferngläser zur Leihe lagen bereit.

 

Der „Rote Drache“ in der Auwaldstation Leipzig: Infotag rund um den Rotmilan

Am Sonntag, den 12. März ab 14 Uhr steigt in der Auwaldstation Leipzig der „Rote Drache“ auf: Ein Infotag rund um den Rotmilan.
Folgende Highlights erwarten die Besucher: Führung durch die Rotmilan-Ausstellung, Bastelangebot für Kinder, Vortrag und Filmvorführung unseres Projektmitarbeiters und Rotmilan-Experten Peter Solluntsch vom Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen und eine anschließende Exkursion.

Der Ort:
Auwaldstation Leipzig
Schlossweg 11
04159 Leipzig
www.auwaldstation.de

Viel Spaß beim Entdecken des „Roten Drachen“

Rotmilane bei der Rast © Christian Gelpke

Rotmilanvortrag von Thomas Pfeiffer am 22.2.17 in Bürgel (Thüringen)

Bürgel/Weimar. Auf Einladung des Vereins der Vogelzüchter und -liebhaber Bürgel referiert unser Projektmitarbeiter Thomas Pfeiffer aus Weimar heute Abend um 19 Uhr im Rathaussaal Bürgel über den Rotmilan.

Es geht um die Raumnutzung von Rotmilanen in Thüringen. Anhand GPS-telemetrischer Untersuchungen kann herausgefunden werden, in welchen Gebieten die besenderten Rotmilane unterwegs sind. Etwa 90 Minuten wird Pfeiffer über seine Forschungsergebnisse sprechen. Danach ist Zeit, um Fragen zu stellen, sich zu unterhalten und auszutauschen.

Lesen Sie hier hier ein kleines Interview mit Thomas Pfeiffer in der Ostthüringer Zeitung.

Land zum Leben im Jahresbericht 2016 „Zur biologischen Vielfalt – Jagd und Artenschutz“

Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein veröffentlicht seit 20 Jahren Themen aus den Bereichen Jagd und Artenschutz in seinem jährlichen Bericht „Zur biologischen Vielfalt – Jagd und Artenschutz“.

Im Jahresbericht 2016 wird das Projekt Rotmilan – Land zum Leben ausführlich erwähnt, insbesondere die Ergebnisse aus der Praxisregion aus Schleswig-Holstein. In den Kreisen Herzogtum, Lauenburg, Stormarn und Segeberg werden Flächeneigentümer von Christoph Gasse zu einer Landbewirtschaftung beraten, die dem Rotmilan bessere Nahrungsbedingungen schafft.

Die von der Kurt und Erika Schrobach-Stiftung und der Artenagentur des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) entwickelte Kleegrasbewirtschaftung wurde von Landwirten auch im vergangenen Jahr wieder nachgefragt. Neben der Kleegrasmischung wird auch zu Agrarumweltmaßnahmen des Landes beraten. Der Rotmilan profitiert besonders von den Maßnahmen „Kleinteiligkeit im Ackerbau“ und der „Milanvariante“ der Agrarumweltmaßnahme „Ackerlebensräume“ – beide wurden in 2016 häufig umgesetzt.

Für 13 weitere Flächen konnten seit Mitte 2015 wieder Verträge abgeschlossen werden, 43 Vertragsflächen sind es insgesamt seit Projektbeginn. Der Großteil dieser Flächen gehört zu ökologisch wirtschaftenden Betrieben, der Flächenanteil konventionell wirtschaftender Betriebe hat im Projektverlauf jedoch zugenommen.

Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft für Schleswig-Holstein und Hamburg ist für die Brutbestandserfassung und der Bruterfolgskontrolle auf einer Untersuchungsfläche innerhalb des Projektgebietes zuständig. Bis Ende April wurden im letzten Jahr Waldgebiete und Feldgehölze auf mögliche Neststandorte hin abgesucht und bereits Mitte März nestbauende Rotmilane entdeckt. Eine regelmäßige Kontrolle des Untersuchungsgebietes ist nötig, damit alle anwesenden Brutpaare sicher identifiziert werden können. Als Brutbäume wurden Laubbäume, insbesondere Eichen und Buchen bevorzugt. Der Bruterfolg wurde jeweils Mitte Juni durch Erklettern der Nestbäume kontrolliert. Der Baumbesteiger Thomas Grünkorn zählte bei den erfolgreichen Bruten die Anzahl der geschlüpften Küken und eventuell verbliebene Eier.

Die Ergebnisse zu Brutbestand und Bruterfolg fließen in die bundesweite Bewertung ein, für die der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) im Projekt zuständig ist. Die derzeitige Bestandszahl von Rotmilanen in Schleswig-Holstein liegt bei 130 Brutpaaren.

Rotmilan Zug zum Winterquartier

Machen Sie mit! Am 7. und 8. Januar 2017 ist Internationale Rotmilan-Schlafplatzzählung

Die meisten der bei uns brütenden Rotmilane ziehen im Herbst in den Süden und überwintern in Spanien, Südfrankreich oder Portugal. Der Zug in die wärmeren Winterquartiere beginnt Ende August und kann bis in den November hinein andauern. Die Hauptzugzeit ist von Mitte September bis Mitte Oktober, hängt aber immer auch von den jeweiligen Wetterverhältnissen vor Ort ab und kann daher stark variieren. Doch immer mehr Rotmilane bleiben in der Nähe ihrer Brutgebiete und verbringen den Winter über in Mitteleuropa. Die Überwinterung scheint abhängig von Witterungsverhältnissen und Nahrungsangebot (Mäusedichte) zu sein. In Deutschland sind das nordöstliche Harzvorland und das Thüringer Becken sowie der Südwesten die wichtigsten Überwinterungsregionen für Rotmilane.

Um genauere Zahlen zu überwinternden Rotmilanen zu erhalten, werden bereits seit einigen Jahren in Frankreich, Spanien und der Schweiz Rotmilane an ihren Schlafplätzen gezählt. Mittlerweile hat sich das erste Januar-Wochenende als fester Zähltermin etabliert und seit letztem Jahr ist Deutschland auch beteiligt. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Der Falke 4/2016 erschienen.

Die nächste internationale Rotmilan-Schlafplatzzählung findet am kommenden Wochenende vom 7. bis 8. Januar 2017 statt!

Zählen Sie mit und helfen Sie dabei, einen Überblick über die ungefähre Anzahl der in Deutschland überwinternden Rotmilane zu bekommen.

Bitte geben Sie Ihre gesammelten Daten auf www.ornitho.de ein, dem renommierten Internet-Portal für Vogelbeobachter. Dort finden Sie auch weitere Informationen sowie wichtige Hinweise zur Zählung.


Zwei Jungvögel im Nest © Christian Gelpke

1. Land zum Leben-Expertentagung in Weimar

Hamburg/Weimar, 8.12.16. Rotmilane brauchen mehr Unterstützung – das ist die Botschaft einer Tagung von rund 40 Greifvogelexperten und Artenschützern, die gestern in Weimar stattgefunden hat. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) hatte im Rahmen des Projektes Rotmilan – Land zum Leben in die Kulturstadt geladen. Vertreter aus verschiedenen Rotmilan-Projekten in Deutschland stellten ihre Arbeit vor. Besonders in Deutschland sind die Vogelschützer gefordert, denn mehr als die Hälfte aller Rotmilane brütet hier. Doch der Bestand nimmt ab und die Experten sind sich einig: Der Hauptgrund für den Rückgang des Greifvogels liegt im Wandel der Agrarlandschaften. Allein Getreide und Raps machen jährlich zwei Drittel der Gesamt-Ackerfläche in Deutschland aus. Besonders zur Zeit der Jungenaufzucht im Mai und Juni kann auf diesen Flächen keine Nahrung gefunden werden, da die Kulturen zu dicht stehen. Dies hat spürbar negative Folgen für den Nachwuchs der Art. Mit gezielten Maßnahmen aber lässt sich die Landschaft rotmilanfreundlicher gestalten.

Das Projekt Rotmilan – Land zum Leben setzt auf enge Zusammenarbeit mit den Landnutzern und berät sie in neun Regionen in sieben Bundesländern zur Umsetzung dieser Maßnahmen. Erste Erkenntnisse aus dem Projekt präsentierte Uwe Lerch vom DVL. Infolge der Beratung konnten die Störungen während der Brutzeit in den Waldgebieten deutlich reduziert und Fällungen von Nestbäumen vermieden werden. Auch in der Landwirtschaft trägt die Kooperation zunehmend Früchte. Lerch: „Die Bereitschaft zur Umsetzung von „rotmilanfreundlichen“ Agrarumweltmaßnahmen und Greening ist da, aber viele Maßnahmen sind noch verbesserungswürdig! Wesentliche Programmänderungen während einer laufenden Förderperiode wie die zeitweise Aussetzung der Förderung einzelner Maßnahmen oder die kurzfristige Kürzung von Geldleistungen unmittelbar vor Antragstellung zerstören das Vertrauen der Landnutzer und sind daher völlig unakzeptabel. Grundsätzlich müssen die Programme der Länder ausreichend finanziell ausgestattet und möglichst unbürokratisch gestaltet sein.“

Um die Bedürfnisse der Art zu erforschen und Schutzmaßnahmen zu überprüfen, setzen die Spezialisten auf modernste Technik: Sprichwörtlich federleichte GPS-Logger sammeln jahrelang Flugdaten der Vögel und lassen so erkennen, in welchen Kulturen besonders gut Beute gejagt werden kann. Thomas Pfeiffer aus Weimar konnte anhand der Daten nachweisen, dass Rotmilane immer wieder Grenzstrukturen wie Feldhecken, Feldwege und Ackerränder zur Nahrungssuche zielgerichtet absuchen. Auf deren Bedeutung wies auch Maik Sommerhage vom NABU Hessen hin. Jakob Katzenberger vom Dachverband Deutscher Avifaunisten ergänzt, dass Grünland von den Vögeln viel intensiver genutzt wird als Ackerkulturen, da sie aufgrund der dicht stehenden Kulturen kaum Nahrung finden. Dr. Eckard Gottschalk und seine Studenten von der Universität Göttingen untersuchen mithilfe von Nestkameras die Nahrungszusammensetzung und erforschen Einflüsse auf den Bruterfolg der Rotmilane. Sie nutzen ein breites Beutespektrum und profitieren daher von einer abwechslungsreichen Landschaft.
Dass die Jungvögel mit immer weniger Körpergewicht ins Leben starten, bestätigen auch die Daten von Thomas Pfeiffer. Seit 28 Jahren wiegt er Jungvögel bei der Beringung. „Der Nachwuchs ist in diesem Zeitraum um ca. 10 % leichter geworden und hat dadurch im ersten Lebensjahr geringere Überlebenschancen“, so Pfeiffer.

Uwe Lerch: „Aufgrund des kleinen Verbreitungsgebietes des Rotmilans kommen effiziente Schutzmaßnahmen in Deutschland direkt der gesamten Weltpopulation zugute“. Ein guter Grund, die Kooperation der Fachleute zu verstärken. Daher wollen sich die Experten von nun an jährlich treffen, um neueste Projekt- und Forschungsergebnisse auszutauschen.


Rotmilan-Wanderausstellung in der Wasserburg Kapellendorf

Kapellendorf – Letzte Woche wurde die Rotmilan-Wanderausstellung feierlich in der Wasserburg Kapellendorf eröffnet. Während sich die Rotmilane nun größtenteils im Winterquartier befinden, kann man in der größten Burg Thüringens Spannendes rund um Deutschlands heimlichen Wappenvogel erfahren. Die Rotmilan-Wanderausstellung ist mit vielen 3D-Objekten ausgestattet und vermittelt Wissen auf interaktive Art und Weise. Sie richtet sich an die naturinteressierte Bevölkerung und ist daher sowohl für Familien und Naturfreunde als auch für Fachleute gleichermaßen interessant.

Die Wasserburg Kapellendorf liegt mitten in der gleichnamigen Gemeinde, die sich wiederum im Zentrum des Städtedreiecks Jena – Weimar – Apolda befindet. Sie wird als als Museum und Veranstaltungsort genutzt. Die Rotmilan-Wanderausstellung kann noch bis Februar 2017 besucht werden. Der Eintritt ist frei und eine Voranmeldung für Gruppen ist nur gewünscht, wenn diese eine Führung durch die Ausstellung möchten.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 Uhr bis 12 Uhr und 13 Uhr bis 17 Uhr

Wasserburg Kapellendorf
Am Burgplatz 1
99510 Kapellendorf
Tel.: 036425-22485
Fax: 036425-22485
Mail: wasserburg-kapellendorf@gmx.de

Ansprechpartnerin ist die Kuratorin und Schlossverwalterin Frau Marie Petermann.

Foto: Sascha Margon


Neue Brutbäume für den Rotmilan

Großneuhausen – Der Landschaftspflegeverband Mittelthüringen hat in Großneuhausen Pappeln, Eichen und Linden gepflanzt und damit langfristig bessere Brutbedingungen für Rotmilane geschaffen. Die Greifvögel bauen ihre Nester gern in Baumreihen, um von dort aus leichter in ihre Nahrungsgebiete zu gelangen.
Wie Bürgermeister Torsten Köther informiert, sind in der vergangenen Woche entlang der Lossa, an der Landstraße zwischen Klein- und Großneuhausen sowie am Bachaer Weg insgesamt 41 Bäume in die Erde gekommen. Annemarie Bauer vom Landschaftspflegeverband Mittelthüringen e.V. und Bürgermeister Torsten Köther beraten über weitere geeignete Standorte in Großneuhausen, denn die Gemeinde will 2017 noch mehr Bäume pflanzen.
Lesen Sie hier den gesamten Artikel.

 

Foto: Annett Kletzke

Praxisratgeber Schreiadler

Praxisempfehlung Schreiadler und andere Greifvögel

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat einen Ratgeber zum praktischen Greifvogelschutz veröffentlicht. Mit dem Umbruch von Dauergrünland, der Nutzungsintensivierung auf verbliebenem Grünland und dem Wegfall der obligatorischen Flächenstilllegung sind für den Schreiadler ebenso wie für Rotmilan, Wiesenweihe und Mäusebussard viele Nahrungsflächen verloren gegangen. Der Schutz ihres Lebensraums kann daher nur in Zusammenarbeit mit Flächeneigentümern und –bewirtschaftern funktionieren. Der Praxisratgeber gibt Empfehlungen zur Bewirtschaftung von Grünland, Ackerstandorten und Brutwäldern und stellt die derzeit vorhandenen Möglichkeiten zur Förderung einer Greifvogel-gerechten Landbewirtschaftung mit Blick auf Greening und Vertragsnaturschutz vor. Dabei stehen die Fördermöglichkeiten in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg im Vordergrund – die beiden Bundesländer mit den letzten Schreiadler-Vorkommen in Deutschland.

Informationen zum Praxisratgeber und ein Bestellformular der kostenlosen Broschüre finden Sie unter www.schreiadler.org

Thüringer Allgemeine: Blühstreifen für den Rotmilan

Die Agrargenossenschaft Rottdorf unterstützt den Rotmilan mit der Anlage von Blühstreifen und dient in unserem Projektgebiet Mittelthüringen als Vorzeigebetrieb. Zusammen mit Dietmar Pfeiffer, dem Geschäftsführer der Genossenschaft, haben Jana Apel und Annemarie Bauer vom Landschaftspflegeverband Mittelthüringen e.V. Infotafeln an den Feldern aufgestellt, die den Sinn der Blühstreifen erklären.
 
Die Thüringer Allgemeine berichtete in einem Artikel darüber:
 
 

Thüringer Allgemeine: Blühstreifen für den Rotmilan

Thüringer Allgemeine: Blühstreifen für den Rotmilan

In Oberberg werden Nistplätze des Rotmilans erfasst

Wipperfürth/Oberberg –

Kleine Wälder, viele Weiden, wenig Verkehr. Die Landschaft oberhalb von Wipperfürth ist ein ideales Jagdrevier für den Rotmilan. Florian Schöllnhammer ist seinerseits auf der Jagd nach dem seltenen Greifvogel: Mit dem Fernglas sucht er den Waldrand bei Finklenburg nach Nestern des Rotmilans ab, der auch als heimlicher Wappenvogel Deutschlands gilt. Denn: „Rund die Hälfte der europäischen Rotmilan-Population nistet in der Bundesrepublik“, erklärt Florian Schöllnhammer.
 
Waldbesitzer können helfen

Schöllnhammer ist Mitarbeiter der Biologischen Stationen Rhein-Berg und Oberberg, die an dem bundesweiten Projekt „Rotmilan, Land zum Leben“ teilnehmen. Mit dem Projekt soll der Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Vogels erforscht werden. Die Mitarbeiter dokumentieren die Nester und die Bruterfolge. Ziel des Projekts ist es, mit den Ergebnissen den Rotmilan gezielt zu schützen.
 
Zum Originalbeitrag

Rapsfeld © Christian Gelpke

Nicht nur Rotmilan im Sinkflug – Europaweite Studie zum Rückgang der Feldvögel

Der Rückgang der Feldvögel kann unter den derzeitigen Vorgaben der Agrar- und Naturschutzpolitik der Europäischen Union nicht gestoppt werden. Zu diesem Ergebniss kommt eine gemeinsame Studie von acht europäischen Forschungseinrichtungen und Verbänden. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Naturschutzpolitik durch EU-Vogelschutzrichtlinie und Agrarumweltprogramme zwar einen wichtigen Beitrag zum Erhalt vieler Vogelarten in den agrarisch geprägten Lebensräumen leistet, sie den durch die Agrarpolitik ausgelösten dramatischen Artenschwund aber derzeit nicht stoppen kann. Nach Meinung der Autoren, zu denen auch unsere Projektpartner des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) gehören, führt besonders die Förderpolitik der EU zu einer immer intensiveren Landwirtschaft und dadurch zu immer schlechteren Lebensbedingungen für die Feldvogelarten.

 

Die Wissenschaftler untersuchten die Entwicklung aller 39 EU-weit verbreiteten häufigen Feldvogelarten von 1981 bis 2012. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass je mehr EU-Vogelschutzgebiete in der Agrarlandschaft ausgewiesen wurden und je größer der Anteil der durch Agrarumweltmaßnahmen geförderten Agrarfläche war, die durch die Intensivierung der Landwirtschaft verursachten Bestandsrückgänge desto geringer ausfielen. Diese offensichtlich erfolgreichen Naturschutzinstrumente reichen jedoch nicht aus, um den Rückgang der Vögel der Agrarlandschaft zu stoppen.

 

Zu der europaweiten Studie zum Rückgang der Feldvögel gelangen Sie hier:

Gamero et al. (2016): Tracking Progress Towards EU Biodiversity Strategy Targets: EU Policy Effects in Preserving its Common Farmland Birds. Conservation letters, DOI: 10.1111/conl.12292

 

Von der Intensivierung der Landwirtschaft ist in besonderem Maße der Rotmilan betroffen. Das Projekt Land zum Leben entwickelte daher bereits den Praxisratgeber Landwirtschaft, in dem rotmilanfreundliche Agrarumweltmaßnahmen vorgestellt werden.

© fotolia / Dalia & Giedrius

Land zum Leben veröffentlicht Praxisratgeber für die Landwirtschaft

Sorgenkind Rotmilan – Das Schutzprojekt Rotmilan-Land zum Leben veröffentlicht einen Praxisratgeber zur Beratung landwirtschaftlicher Betriebe. Sichtbar wird, dass einige Bundesländer den Rotmilan aktiv schützen, während andere dies unterlassen.
 
Seit den 1990er Jahren gehen die Rotmilan-Bestände dort zurück, wo sich die Ackernutzung intensiviert hat. Denn wenn Pflanzen dicht stehen, kann ein über dem Acker kreisender Greifvogel seine Nahrung, zum Beispiel Mäuse, nicht mehr sehen. Wird die Ackernutzung umgestellt, beispielsweise Luzerne angebaut und bewirtschaftet, kann der Rotmilan besser Nahrung finden und seine Jungvögel aufziehen. Auch mit der Anlage von Blühstreifen entsteht mehr Vielfalt auf dem Acker, die für den bedrohten Greifvogel wichtig ist.
 
Um die Nahrungsflächen für den Rotmilan zu optimieren, wird das Schutzprojekt Rotmilan-Land zum Leben im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL), der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) und die Deutsche Wildtier Stiftung arbeiten mit Praxispartnern zusammen, die die Landnutzenden vor Ort zu rotmilanfreundlicher Landwirtschaft beraten. Im Praxisratgeber Landwirtschaft listen sie nun für die einzelnen Bundesländer die Agrarumweltmaßnahmen zum Schutz des Rotmilans auf, die Artenschutz und praktische Landwirtschaft kombinieren.
 
Solche Maßnahmen bedeuten häufig Mehraufwand. Landwirtinnen und Landwirte werden sie daher nur dann umsetzen, wenn dieser Aufwand honoriert wird. Deshalb benennt der Ratgeber, welche Ausgleichszahlungen die Landnutzenden dafür in den einzelnen Bundesländern erhalten. Forstbewirtschafterinnen und –bewirtschafter erfahren darin, wie man brütende Rotmilane mit einfachen Mitteln am Nest schützt, denn es kommt auf jeden Jungvogel an.
 
Für die Gestaltung der Agrarumweltmaßnahmen sind die Bundesländer zuständig. Der Praxisratgeber zeigt deutlich, dass trotz der großen Verantwortung nicht alle Bundesländer geeignete Maßnahmen anbieten. Brandenburg beispielsweise ist mit seinen fast 1900 Brutpaaren eines der wichtigsten Länder für den Rotmilan. Trotzdem bietet es im Rahmen der Agrar-Umweltprogramme keine einzige Maßnahme für eine rotmilanfreundliche Bewirtschaftung auf Ackerland an.
 
Thüringen, Sachsen und Niedersachsen unterstützen den Rotmilan-Schutz seit vielen Jahren mit wirksamen Maßnahmen. Schleswig-Holstein hat sogar ein Schutzprogramm speziell für das Projekt „Rotmilan – Land zum Leben“ initiiert. So ein Engagement ist notwendig, um die Bestände des Rotmilans in Deutschland dauerhaft zu sichern. „Damit sich Landwirte für Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt entscheiden und in diese investieren, brauchen sie die Sicherheit, dass die gewählten Agrarumweltmaßnahmen auch langfristig bestehen. Nur so kann das nötige Vertrauen der Landwirtschaft in den Naturschutz entstehen“, erklärt Bernd Blümlein, stellvertrender Geschäftsführer des Deutschen Verbands für Landschaftspflege. Der DVL, der DDA und die Deutsche Wildtier Stiftung setzen sich daher für einen Dialog mit den Bundesländern ein, damit wirksame und langfristig ausgerichtete Programme für den Schutz des Rotmilans entwickelt werden.
 
Der Praxisratgeber Landwirtschaft steht hier zum Download bereit.
 
 
 
(Foto: © fotolia / Dalia & Giedrius)

Brandneu: Land zum Leben – Der Film

Wir freuen uns, nun auch einen Film über die Arbeit im Verbundprojekt Rotmilan – Land zum Leben präsentieren zu können!
 
Zusammen mit dem Team der Agentur POPULAR waren wir im Projektgebiet Ostsachsen unterwegs und freuen uns über die einmaligen Aufnahmen, die entstanden sind. Wir bedanken uns bei unseren Praxispartnern vor Ort, Madlen Schimkat und Winfried Nachtigall vom Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz e.V., sowie Josephine Thomann von der Agrargenossenschaft Klitten, die uns bei der Organisation und durch ihren Einsatz als Protagonisten großartig unterstützt haben.
 
Ein Vorgeschmack:
 
 

 
Und hier geht es zum gesamten Film.